Er hätte gut den Weihnachtsmann geben können. Peter Zahrt hat einen weißen Vollbart und ein gütiges Lächeln. Doch ist der Künstler nicht nur zart, sondern manchmal eher zartbitter. So kennen ihn viele von seinen harmonischen Landschaftsbildern, die Häuser und Ausstellungen nicht nur in der Schweiz und in Deutschland zieren. In eben diese Bilder malt er nun kleine und vor allem prägende Details hinein. So steht ein Geiger im einstmals stillen See oder ein Spiegelei strahlt vom Himmel.

Zudem ist Peter Zahrt nicht nur Maler. Er kommt beruflich aus einer grafischen Welt. Als Grafiker musste er für die Werbung seiner Kunden schnell und zielsicher die Wünsche erkennen und umsetzen. Dieses Können prägt auch seine Porträts. "Es gab bei über dreihundert Porträts noch nie wirklich Klagen", freut er sich und erinnert sich dann doch an eine: "Da hatte ich bei dem Gemalten zu wenige Falten wiedergegeben, so die Beschwerde." Dafür kann er das Unmögliche möglich machen, Verstorbene porträtieren oder Schwarz-Weiß-Fotografien Farbe einhauchen. Schmal sei der Grat zwischen Porträt und Karikatur. Bei einem Porträt könne er sich mehr Zeit lassen und eine Karikatur lebe von einer bewussten Überzeichnung einer Eigenheit, erklärt er.

Spekuliert werden darf über den tiefen Sinn seiner Zahrtoons. Hier verbindet er die Lust an Satire mit seinem Können als Illustrator und Karikaturist. Manchmal erschließt sich die satirische Spitze erst langsam und der Betrachter schmunzelt sanft. Manchmal springt einem die Botschaft an und der Betrachter kann nicht anders als laut loszuprusten. Doch manchmal ist die Satire auch so bitter, dass einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Seine schrägen Bildideen findet er in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft ebenso wie in der Kultur oder seinem Umfeld.

Er liebäugelt mit Schau im Rathaus

"Ich heiße Peter Zahrt und weiß immer noch nicht so recht, wer ich bin", bekennt der 74-Jährige. Entdeckt er doch ständig neue Facetten an sich. Aktuell wünscht er sich wieder eine Ausstellung im Stockacher Rathaus. Er stellte bereits 2014 dort aus. "Ich bin Laufnarr und meine Werke zieren diverse Bücher über Fasnacht", verrät der Künstler. "Also, was liegt näher als in Stockach auszustellen." Das Rathaus sei ein wunderbarer Ausstellungsort. Gerne erinnert er sich an die Rückmeldungen von Rathausmitarbeitern und -besuchern bei seiner letzten Ausstellung dort. Da er über hundert Schauen organisiert hat, glaubt er fest daran, dass eine solche Ausstellung wieder möglich werden kann.

Bevor Peter Zahrt nach Nenzingen zog, war er nicht nur als Künstler bekannt. Er engagierte sich mit seinen Werken auch sozialkritisch und umweltpolitisch und war in diesen Bereichen auch ehrenamtlich tätig. Was ihn neben seinem umfangreichen Engagement und einer neu aufwogenden Schaffenswelle als Künstler auszeichnet, ist seine Liebe zum Tessin. "Wenn du im Tessin schauen willst, musst du innehalten", erklärt er. Zudem seien die Landschaft und die Menschen dort echt. Er fühle sich an der Alpensüdseite einfach heimisch.

Er kokettiere mit seiner Schüchternheit, wenn er sich als kontaktscheuer Porträtist bezeichne, gibt Peter Zahrt zu. Denn als gelernter Werbekaufmann hat er von der Pike auf gelernt, sich zu verkaufen. Und seinem humorvollen Charme kann man sich nur schwer entziehen – warum sollte man auch. Darum sollte man sich die Chance nicht entgehen lassen eine seiner Ausstellungen zu besuchen oder sich zumindest im Internet einen Eindruck von ihm zu verschaffen.

Zur Person

Peter Zahrt lebte in Frankfurt/Main, bevor er 1974 an den Bodensee zog. Er startete ganz solide mit einer Ausbildung zum Werbekaufmann. Sowohl für die werblichen als auch, im Grafik-Bereich, künstlerischen Leistungen gab es internationale Anerkennung, mit Preisen, Veröffentlichungen und über 120 Ausstellungen. Auch im Playboy erschien schon einmal ein Werk von ihm. In der Region wurde er beispielsweise durch eine Kunstmappe für den Kinderschutzbund bekannt, die er mit Bruno Epple und Hans Sauerbruch gestaltete. Er organisierte Kunstaktionen wie „Künstler für Kiew“ und eine Ausstellung, bei der psychisch Kranke ihre Erlebenswelt in Bilder fassten.

Informationen im Internet:www.peter-zahrt.de