"Old Wolf" und "Sleeping Wolf" haben ihren Weg nach Hause angetreten und auch die Mowhak-Indianergruppe rund um ihren Häuptling Eugen Gibel hat ihr Lager nach der letzten Nacht in Nenzingen wieder abgebaut: Die wohl beliebteste Veranstaltung bei Freunden von Indianistik, des Wilden Westens und historischer Waffen in Nenzingen ist Geschichte. Vier Tage lang konnten Besucher auf Einladung des Schützenvereins Nenzingen eine andere Welt erleben, vier Tage lang war das Gelände in der Hand von Cowboys und Indianern.

Trapper „Old Wolf“ und Indianer „Sleeping Wolf“ sind in Nenzingen gute Bekannte. Trapper Werner Häussler ist mit seiner eigenen Holzhütte gekommen.
Trapper „Old Wolf“ und Indianer „Sleeping Wolf“ sind in Nenzingen gute Bekannte. Trapper Werner Häussler ist mit seiner eigenen Holzhütte gekommen.

Im Gespräch mit dem SÜDKURIER schildert Eugen Gibel, wie er zu dieser ganz besonderen Liebe zu den Mowhaks kam. "Es war in Pullman City, einer Westernstadt in Bayern", so erzählt er mit strahlenden Augen von den Anfängen seiner Liebe zu selbst gefertigten Mokassins und Lederchaps. Gibel ist der Dreh- und Angelpunkt einer mehrköpfigen Indianergruppe, welche nicht nur in Nenzingen während des Lagers dieses Hobby teilt. Sie alle kennen die Geschichte ihrer echten Vorbilder. Während sie auf dem Besucherteppich sitzend das Gemüse schneiden, das sie am kommenden Tag essen werden, erzählen die Mitglieder auch von den vergangenen Jahren in Nenzingen, den unterschiedlichsten Wetterkapriolen von Schnee beim Aufbau, Hagel und Dauerregen. Dabei würzen sie die Geschichten stets mit einem Hauch Freundschaft.

Diese Freundschaft zwischen den einzelnen Gruppen und Zeltnachbarn besteht teilweise bereits seit mehreren Jahrzehnten. Vielfach ist es zu einer geliebten Tradition geworden, sich zum gemeinschaftlichen Essen zu treffen. Während links vom Zelt die Rühreier in der Eisenpfanne auf Kohleherd gekocht werden, brät der Nachbar bereits stundenlang den 16 Kilogramm schweren Truthahn am offenen Feuer. Auch Jörg und Martina Straub aus Winterlingen kommen seit sieben Jahren zum Westernschießen nach Nenzingen. Sie haben in ihrem Vorzelt einen für zwei Personen deutlich zu großen Essbereich, welcher sich immer wieder schnell mit Besuchern füllt.

Dieses Sinnbild für das jährliche Treffen der Liebhaber der Indinaistik und des wilden Westen prangt das ganze Jahr über dem Eingangsportal des Nenzinger Geländes.
Dieses Sinnbild für das jährliche Treffen der Liebhaber der Indinaistik und des wilden Westen prangt das ganze Jahr über dem Eingangsportal des Nenzinger Geländes.

Tagsüber genießen die einzelnen Lagerteilnehmer ihren Freiraum. Wer mag besucht Nachbarn und Freunde, geht zum Einkauf mit Lendenschurz und Mokassins in die Zivilisation, besichtigt die Stände mit allerlei Kunsthandwerk, beteiligt sich an den diversen Schießwettbewerben (Ergebnisse siehe rechts) oder genießt einfach die Ruhe im warmen Holzzuber. Abends, wenn es im Lager still wird und nur noch die Kerzen und Lagerfeuer die Vorzelte erhellen, beginnt die Party im geräumigen und mit unzähligen Garnituren und riesigen Schirmen ausstaffierten Bereich zwischen Schützenhaus und Saloon. Dort feiern die Gäste des Schützenvereins, ob Besucher aus dem Umland oder Lagerteilnehmer. Dudelsackklänge, Westernmusik, Tanzeinlagen von Gruppen sind hier ebenso zu sehen oder zu hören wie die an zwei Abenden vorgeführte feurige Show der Gruppe Ancalima. Mit Tanz, Musik und brennenden Fackeln begeisterten sie das Publikum.

Wunderbare Bilder, zeichneten die drei Mitglieder der Gruppe ANCALIMA an zwei Abenden mit ihrer feurigen Show, welche die Zuschauer über rund eine Viertelstunde fesselte.
Wunderbare Bilder, zeichneten die drei Mitglieder der Gruppe ANCALIMA an zwei Abenden mit ihrer feurigen Show, welche die Zuschauer über rund eine Viertelstunde fesselte.

Auch die Mitglieder, Freunde und Gönner des veranstaltenden Schützenverein Nenzingen sollen nicht vergessen werden. Reibungslos und zügig erfolgte die Versorgung der anwesenden Besucher an den diversen Veranstaltungstagen mit allerlei Getränken, Wurst, Fleischspießen, Flammkuchen und nicht zuletzt unzähligen Kuchen und Torten, welche viele ungesehene Arbeitsstunden der Bäckerinnen voraussetzen.