In seiner letzten Sitzung hat der alte Gemeinderat von Orsingen-Nenzingen noch Ausgaben von rund 600 000 Euro für Tief- und Straßenbaumaßnahmen genehmigt. Ferner gab Bürgermeister Bernhard Volk in der öffentlichen Sitzung bekannt, dass für das Jahr 2018 ein sehr positiver Jahresabschluss zu erwarten sei. Außerdem sagte er, dass die Prüfung des Wahlergebnisses abgeschlossen sei und es keine Beanstandungen zu dem Ergebnis der Kommunalwahlen vom 26. Mai gegeben habe.

„Ehrenamt ist zeitintensiv“

Damit war dann die Tagesordnung fast abgearbeitet. Es fehlten nur noch die Punkte Ehrungen und Verabschiedungen von Mitgliedern des Gemeinderats. Bevor Volk hier in medias res ging, erläuterte er den zahlreich erschienenen Zuhörern im Sitzungssaal des Rathauses Nenzingen die Wichtigkeit des Ehrenamtes. „Ehrenamt ist zeitintensiv und erfordert verantwortungsvolles Handeln zum Wohl der Bürger“, begann Volk seine Ausführungen.

Die Ehrenamtlichen, und damit sprach er die Mitglieder des Gemeinderats an, hätten viele Einzelfallentscheidungen zu treffen, die nicht nur von kurzer Bedeutung seien, sondern sich oft sehr langfristig auswirkten. Es stünden dabei Ausgewogenheit und sachorientierte Arbeit im Vordergrund.

„Als Allrounder gefordert“

Hier ging er näher auf das Erschließen von Baugebieten und auf Infrastrukturmaßnahmen wie Wasser, Strom und Straßen ein. Außerdem betonte er die Wichtigkeit der Unterstützung öffentlicher Einrichtungen wie Hallen, Kindergärten und Feuerwehr.

Auch verlangten die ortsansässigen Vereine finanzielle wie ideelle Unterstützung durch den Gemeinderat und hinsichtlich der Ansiedlung von Industrie, Gewerbe und Dienstleistungsbetreiben gelte es, verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen. An die Zuhörer gerichtet schloss der Bürgermeister mit dem Satz: „Sie sehen, dass Gemeinderäte als Allrounder gefordert sind.“

Laudatio auf Peter Wolf

Volk dankte den alten Gemeinderatsmitgliedern für deren Einsatz und sprach ihnen seine Anerkennung und Wertschätzung aus. Dabei hielt er eine beeindruckende Laudatio auf Peter Wolf, der dem Gremium acht Amtsperioden angehörte. „Es gab viele, auch belastende Jahre für Sie“, begann Volk und verwies dabei auf „Zeiten, wo die finanzielle Situation nicht immer alles Gewünschte zuließ“. Wolf habe aber stets für Lösungen zugunsten der Einwohner gekämpft. „Auch als meinen Stellvertreter habe ich Sie sehr geschätzt“ fuhr Volk fort, und betonte die absolute Zuverlässigkeit Wolfs.

Auch wenn er seinen Stellvertreter sehr kurzfristig brauchte, sei Wolf immer zur Stelle gewesen. Auch habe sich Wolf, in Abwesenheit von Volk, mit Themen wie zum Beispiel Wasserversorgung befassen müssen, einem Gebiet, das für einen Pädagogen – Wolf war Realschullehrer in Stockach – eigentlich nicht zum Tagesgeschäft gehöre. Wolf erhielt neben der Ehrenurkunde des Gemeindetages ein 360-Grad-Bild der Gemeinde sowie einen Umschlag mit mehreren nicht näher bezeichneten Gutscheinen. Beim Überreichen des Bildes sagte Volk schmunzelnd: „So sieht Orsingen-Nenzingen nach Ihrer langjährigen Tätigkeit aus.“