Wer auf der Orsinger Straße zwischen Orsingen und Wahlwies fährt, kommt an großen Kiesabbauflächen vorbei. Nördlich der Straße, im Gewann „Jungholzäcker“, ist die Rekultivierung abgeschlossen, im Gewann „Unter dem Berg“ ist der Kiesabbau beendet und die Rekultivierung im Norden weit fortgeschritten. Und im Gewann „Im unteren Bann“, welches von Wahlwies kommend auf der linken Seite der Straße liegt, findet derzeit Kiesabbau mit begleitender Rekultivierung statt.

Das Kieswerk Hardt hat jetzt eine Höherlegung der Rekultivierungsfläche in den letztgenannten Gewannen beantragt. Nach ausführlicher Diskussion stimmte der Gemeinderat von Orsingen-Nenzingen diesem Antrag grundsätzlich zu, allerdings mit dem Vorbehalt, dass über die Beibehaltung des Tunnels vor Abschluss der endgültigen Verfüllung noch zu entscheiden sei.

Fläche soll ähnlich aussehen wie früher

Bürgermeister Berhard Volk erläuterte, man sei ursprünglich von einer Teilverfüllung mit Material aus der Umgebung ausgegangen. „Mittlerweile sind die Erdaushubmengen aufgrund der erhöhten Bautätigkeiten derart angestiegen, dass großer Bedarf an geeigneten Verfüllmöglichkeiten besteht“, so Volk. Mit einer Höherlegung könne die rekultivierte Oberfläche in etwa der ursprüngliche Fläche angepasst werden, erklärte Volk. Das Ergebnis werde etwas ebener ausfallen.

Naturschutzrechtliche Maßnahmen würden komplett aus dem Erläuterungsbericht übernommen, Eingrünungen und Intensivnutzungen würden wie vorgesehen erfolgen. Es werde teilweise Fettwiesen, teilweise Gehölz und Bienenweiden-Pflanzungen geben.

„Das ist eine Win-Win-Situation“

Bisher war am Dammfuß eine Wegeverbindung vorgesehen, die brauche man mit der Höherlegung nicht mehr. Dadurch würden die Wegeflächen etwas reduziert, führte er weiter aus. Stefan Stemmer (CDU) plädierte für die Zustimmung. „Absenkungen und Kaltluftströmungen erschwerten es der Landwirtschaft zuvor, bestimmte Kulturen anzubauen, so lässt sich das minimieren. Das ist eine Win-Win-Situation.“

Bernhard Volk bestätigte, auch er sehe eine Optimierung für die landwirtschaftliche Nutzung. Harry Metzger schloss sich an: Er habe damals schon darauf hingewiesen, dass er lieber eine Vollverfüllung sehe. Daher sei er froh.

Diskussion über den Tunnel

Der Bürgermeister sagte, die Querung unter der Kreisstraße solle für landwirtschaftlichen Verkehr weiterhin möglich bleiben. Die Böschungen müssten so angelegt werden, dass sie nicht erosionsgefährdet seien. Hier hakte Metzger ein: „Den Sinn der Unterführung sehe ich überhaupt nicht. Landwirte werden sie nicht nutzen.“ Volk erwiderte, dazu habe es vor Jahren intensive Diskussionen gegeben.

Über diesen Tunnel entspann sich eine längere Diskussion im Gemeinderat.
Über diesen Tunnel entspann sich eine längere Diskussion im Gemeinderat. | Bild: Claudia Ladwig

Die Wegeverbindung sei aktuell nicht angeschlossen, aber damals sehr deutlich gewollt gewesen. „Die Unterfahrung soll beibehalten werden, damit die Möglichkeit gegeben bleibt.“ Bisherige Wegeverbindungen sollten wiederhergestellt werden. Es gebe noch zwei zusätzliche Möglichkeiten, diesen Weg mit Anbindung nach oben fortzuführen auf den Weg, der quer verlaufe, so Volk.

Das könnte Sie auch interessieren

Franz-Josef Hartmann wies auch auf Spaziergänger und Radfahrer hin, die die Unterführung gerne nutzten. Daraufhin fragte Metzger, ob die Entscheidung für oder gegen den Tunnel von der Verfüllung abhängig gemacht werden könne. Roman Roth schlug vor, die Situation bei der nächsten Gemarkungsbegehung vor Ort anzusehen. Nach diesem Austausch beschloss der Rat die Höherlegung der Rekultivierungsoberfläche. Die Entscheidung über den Tunnelverbleib wurde vorerst ausgesetzt.