Nach längerer Pause organisiert die Verwaltung seit etwa sechs Jahren eine Dorf- und Waldputzte. "Als die Zahlen rückläufig wurden, setzten wir die Aktion aus. Seit wir wieder damit angefangen haben, steigen die Teilnehmerzahlen stetig“, freut sich Franz-Josef Hartmann, der Leiter des Fachbereichs Forstrevier und Technische Dienste. Das Gemeindegebiet wurde in mehrere Bereiche aufgeteilt und groß und klein zogen, bewaffnet mit Mülltüten, Zangen und mehr, los.

Normalerweise tun dies regelmäßig die Bauhofmitarbeiter. Sie sorgen im Gemeindegebiet für Ordnung, leeren Mülleimer und räumen illegale Müllentsorgungen weg. Entlang der Straßen kann dies auch Aufgabe der Straßenmeisterei sein.

Mehr Kosten und Gefahren für Tiere

Aber egal, wer für Ordnung sorgt, zahlen muss es die Allgemeinheit über Steuern und Abgaben. Für die Kommunen bedeutet die Achtlosigkeit einiger nämlich Mehrausgaben nicht nur beim Personal.

Umweltbewusstsein fängt in der Doppelgemeinde früh an, die Kindergartenkinder sind mit Feuereifer dabei. Perfekt ausgerüstet mit eigenem Bollerwagen, sammelten sie mit viel Einsatz den Müll der Erwachsenen auf. Denn viel Müll wird einfach aus dem Autofenster geworfen. "Wir fahren wöchentlich die Mülleimer an“, gab Hartmann einen Tipp, wie Müll besser entsorgt wird, wenn man ihn nicht in den heimischen Mülleimer bringt.

Aktion schafft Gemeinschaftsgefühl

Fünf Gruppen wirkten in Nenzingen und vier in Orsingen. Diese wurden vom Bauhof an den Ortsrand gefahren und arbeiteten sich zum Bauhof in Orsingen vor. Dort gab es dann ein gemeinsames Mittagessen. Erfreulich war, dass der Gemeinderat nicht nur die Putzaktion initiiert, sondern dass auch viele Gemeinderäte daran teilnahmen.

"Es ist ein tolles Gemeinschaftsgefühl“, erklärte beispielsweise Stefan Stemmer. Sabine Hins wiederum half fleißig bei der Essensausgabe mit.

Waschmaschine in der Landschaft

"Am längsten braucht erfahrungsgemäß die Gruppe, die im interkommunalen Gewerbegebiet Hardt aktiv ist“, erklärte Hartmann. Er kennt von der wöchentlichen Tour des Bauhofs viele Schwerpunkte der Müllablagerung.

"Es wurden ganze Wohnungseinrichtungen gefunden“, antwortet er auf die Frage, was dieses Jahr der kurioseste Fund war. Warum man eine Waschmaschine einfach in die Landschaft wirft, wenn man sie schon einmal von der Wohnung raus und in ein Fahrzeug gehievt hat, darauf hatte auch er keine Antwort.

Vereine als Schrottsammler

Vereine waren als Schrottsammler unterwegs. Hier fanden sich viele junge Männer, die sich ebenfalls für das Wohl der Doppelgemeinde einsetzten. Der Erlös aus dem Altmetall fließt in die Vereinskassen. Diese gemeinsame Aktion bringt nicht nur finanzielle Vorteile. Auch die Dorfgemeinschaft wächst so stärker zusammen, denn die Vereine arbeiten vereinsübergreifend zusammen und sogar dorfübergreifend. Für die Bürger, die den Sammlern Altmetall übergaben, ist dies zudem ein toller Service, denn sie müssen keine der Entsorgungsstationen selbst anfahren.