Dem Musikverein Nenzingen ist es beim Jahreskonzert wieder gelungen, seine Gäste mit neuen Stücken zu überraschen. Die Besucher erlebten in der nicht ganz vollen Rebberghalle ein sehr abwechslungsreiches Konzert, bei dem von Polka bis Pop, von Filmmusik bis Oper alles dabei war. Das Jugendblasorchester Orsingen-Nenzingen (JBOON) eröffnete das Konzert unter der Leitung von Tobias Probst. Weil ihr Stück "Proclamations" in Hilzingen eine Woche zuvor so gut angekommen sei, spielten sie es nun auch, erklärte Alina Rothmund, die diesen Teil des Abends moderierte. Die feierliche Fanfare im Dreivierteltakt sollte die Zuschauer mit Schwung ins Konzert locken.

Mit einem Medley aus dem Film „Die Eiskönigin“ und dem Hit „Runaway Baby“ von Bruno Mars unterstrichen die 30 Künstler – zwölf von ihnen, darunter Dirigent Tobias Probst, spielten später bei den Aktiven mit – ihr hohes Niveau. Als Zugabe brachten sie ein amerikanisches Weihnachtslied. Besucherin Martina Feldt, deren Tochter Malin und Sohn Lennart mitwirkten, war begeistert. "Ich habe mich richtig auf den Abend gefreut. Er stimmt immer wunderbar auf Weihnachten ein. Mir gefällt die besondere Musikauswahl sehr gut." Das Musizieren in der Gruppe motiviere die Kinder sehr. Gerade für Zugezogene sei das JBOON ein Anknüpfungspunkt im Dorf, sagte sie. Auch die kleine Abordnung des Musikvereins Wahlwies war beeindruckt von den Jugendlichen.

Knapp 50 Musiker betraten danach die Bühne. Carina und Sabrina Kraus führten charmant durch das Programm mit konzertanter Musik, Musical, Oper, Film- und Pop-Musik, Marsch und Polka. Sie hatten originelle Gedächtnis- und Vorstellungsstützen mitgebracht und ordneten jedem Stück ein Symbol zu. Das Orchester begann unter Dirigent Christian Senger mit dem Stück „Everest – the forbidden journey“, das mit kühnem Beginn den majestätischen Anblick des herrlichen Bergmassivs nachzeichnet. Es erzählt eine turbulente Geschichte des Aufstiegs. Die Stimmung beruhigt sich, während die atemberaubenden Aussichten sich in wunderbaren Klängen entfalten.

Nach einem Eispickel für den Berg unterstrich ein Globus die Suche nach der sagenumwobenen Insel „Atlantis“. Die Zuhörer wurden von der Musik mitgerissen, die kraftvoll in einem feurigen Finale endete. Melodien aus der Oper Carmen erklangen. Sie wurden von vielen Gästen mitgesummt. Mit dem festlichen Jubiläumsmarsch „Euphoria“ ging es in die Pause. Nun lagen auch ein Fächer und eine Lyra auf der Bühne. Die ganze Dramatik aus dem Film „Das Boot“ brachten die Musiker später zu Gehör. Viel fröhlicher ging es mit „Mein Name ist Nobody“, Liedern aus dem Musical Grease, einem Medley von Boney M. und einigen Discohits weiter. Taucherbrille, Cowboyhut, Lederjacke, Plateau-Schuhe und Discokugel spiegelten die Auswahl der Stücke wider. Nach begeistertem Applaus hörten die Gäste zwei Zugaben, die Hanna Rosa-Polka und „Hallelujah“ von Leonard Cohen.

Ehrungen

Für 25-jährige aktive Mitgliedschaft im Musikverein Nenzingen bekamen Nadja Bold und Christian Senger vom Blasmusikverband Hegau-Bodensee die Ehrennadel in Silber und die Ehrennadel des Bundes Deutscher Blasmusikverbände in Silber mit Urkunde. Beides wurde ihnen von Hermann Buhl überreicht. Nadja Bold war von 2006 bis 2008 Beisitzerin und ist seit 2008 Schriftführerin des Vereins. Christian Senger war von 2005 bis 2015 Dirigent des Jugendblasorchesters Orsingen-Nenzingen. Er ist seit 2006 Beisitzer und seit Dezember 2012 Dirigent des Orchesters. Beide wurden außerdem vom Vorsitzenden des Musikvereins Nenzingen, Joachim Bold, zu Ehrenmitgliedern ernannt. (wig)