Wenn es unterhaltsam werden soll, sind nicht nur Anekdoten gefragt, die auf ihre Weise hervorstechende Charaktereigenschaften einer Person transportieren – und die meist leichter im Gedächtnis haften als eine trockene Auflistung des Erreichten. Auch Wortspiele gehören zum Inventar des launigen Redebeitrags. Und auch sie haben einige Klebekraft in den Hirnwindungen. Um die Ecke ging es schon bei Heinz Erhardt, in dem Bonmot „Ich heiße nicht nur Heinz Erhardt, sondern Sie auch herzlich willkommen“. Und im Wortspiel lassen sich noch dazu elegant Botschaften verpacken. Eine Kostprobe, die sich im Internet findet: „Wer nach allen Seiten offen ist, ist meistens nicht ganz dicht.“ Was hier einfach einmal wiedergegeben sei, egal was der Autor dieser Zeilen von der Botschaft hält, die hier transportiert wird.

Auch Feierstunden dürfen unterhaltsam sein, und so bekam das Publikum beim Festakt zur 30-jährigen Amtszeit von Orsingen-Nenzingens Bürgermeister Bernhard Volk ebenfalls einige Aussprüche zu hören, bei denen es um die Ecke ging. Und die Alleinstellungsmerkmale der Gemeinde Orsingen-Nenzingen hervorhoben. Erstes Beispiel: „Was bedeuten 30 Jahre Bürgermeister?“ lautete eine Frage, die sich Halb-Olfer-Präsidentin Florin Kraft in ihrem Grußwort stellte. Die trockene Antwort, die sie sich selber gab: „30 Jahre im Namen des Volkes.“ Es dürfte nur wenige Gemeinden geben, die das von sich behaupten können.

Zweites Beispiel: Auch bei Bürgermeisterstellvertreter Langner ging es um die Ecke. Er war zu einer kurzweiligen Moderation aufgelegt. Und angesichts des regelrechten Geschenkeregens, der über den Geehrten niederging, sagte er: „Das ist ja fast, als käme der Nikolaus„ – freilich ohne zu erwähnen, dass der Nikolaus bereits leibhaftig am Rednerpult stand. Nikolaus Langner nämlich. Bei der Gemeinderatssitzung trifft der Bürgermeister also regelmäßig den Nikolaus – auch damit dürfte Orsingen-Nenzingen einigermaßen allein dastehen.