Die Kandidaten der CDU in Orsingen-Nenzingen sind auf Vorstellungstour. Im Landgasthof Hecht nahmen einige Einwohner die Gelegenheit wahr, den vier erfahrenen Gemeinderäten und den fünf neuen Kandidaten ihre Anliegen vorzubringen. Nikolaus Langner, Vorsitzender der CDU-Fraktion, sagte zu, alle Anregungen weiterzuleiten. Er bat die Anwesenden um ihre Stimmen.

Zunächst gab Langner einen Überblick über die vergangenen fünf Jahre Gemeinderatsarbeit. Der stellvertretende Bürgermeister hatte dazu Eckdaten parat: Der Haushalt sei von 12,6 auf heute 16 Millionen Euro gestiegen, die Verschuldung von 400.000 auf 150.000 Euro gesunken. Die Rücklage betrage sechs Millionen Euro. Die Einwohnerzahl stieg laut Langner von 3280 auf 3500.

Der Abriss der Orsinger Grundschule, der Neubau des Kindergartens, Kinderbetreuung und steigende Personalkosten, das umgebaute Feuerwehrgerätehaus, neue Fahrzeuge, der Kiesabbau und die anschließende Renaturierung, Diskussionen über Windkraft auf dem Kirnberg sowie über Bau- und Gewerbegebiete, bei denen jedes Mal der Landwirtschaft Fläche genommen werde – all diese Themen beschäftigten die Gemeinderäte.

Nikolaus Langner lobte das Verhältnis zu Bürgermeister Bernhard Volk, der immer gut vorbereitet sei und auch in rechtlichen Fragen Bescheid wisse. Im Hinblick auf Wünsche äußerte Langner, diese müssten bezahlbar sein. Der Gemeinderat versuche zwischen allen Beteiligten zu vermitteln. „Auch zwischen den Fraktionen funktioniert es sehr gut“, sagte er.

Langner ist seit 15 Jahren im Gemeinderat, Roland Riegger seit 20. Stefan Stemmer verweist auf zehnjährige Tätigkeit und Nachrücker Uwe Probst hat vier Jahre hinter sich. Die Arbeit mache ihm viel Spaß, doch es brauche Zeit, bis man sich zurechtfinde. Dieser Herausforderung wollen sich Jonas Benz (32), Harald Gunnesch (38) und Alexander Schlichenmaier (35) stellen. Barbara Wirtz (55) sagte, die Vorbereitung sei richtig rund gelaufen. Der jüngste Kandidat ist Marius Zeiher (22).

Diskussion über Gewerbe- und Baugebiete

Zuhörer Alois Stemmer fragte nach der Situation im Gewerbegebiet Orsingen. Nikolaus Langner gab an, dass es langfristig schwierig sei, an Flächen zu kommen. Roland Riegger betonte, Gewerbeflächen in der Gemeinde seien wichtig, der gute Kassenstand sei auch diesen geschuldet. Neue Baugebiete oder mögliche Erweiterungen wurden ebenso angesprochen wie die Verkehrssituation in der Braunenberger Straße und der Langensteiner Straße. Der Bürger Werner Benz forderte im Hägleweg Maßnahmen zur Geschwindigkeitsbeschränkung.

Wichtig war den Besuchern das Thema Einwohnerzahlen. Roland Riegger sprach sich für ein gesundes Wachstum aus, um die Lebensqualität zu bewahren. Das Campingressort sei ein Glücksfall, sonst würde es den Discounter nicht geben. An 5000 Einwohner glaube er nicht, dafür gebe es zu wenige Baugebiete. Stefan Stemmer bekräftigte: „Dann sind wir nicht mehr das, was wir jetzt sind.“ Alles müsse mit Ziel und Augenmaß geschehen, so Riegger.

Nikolaus Langner möchte die Jungen im Ort halten und den Dorfcharakter erhalten. Um mehr Personen auf kleinerer Fläche unterzubringen, könnten Eigentumswohnungen eine Lösung sein. Uwe Probst bezeichnete Vier- bis Sechs-Familienhäuser als verträglich.