Gleich vier Orchester präsentierten sich beim Jugendgemeinschaftskonzert in der Rebberghalle Nenzingen rund 200 Gästen. Den Anfang machte das Vororchester Orsingen-Nenzingen mit seinem ersten Auftritt. Mutig wie Piraten seien ihre 18 ganz jungen Musiker, sagte Yvonne Münzer, die das Vororchester seit November leitet. Damit bezog sie sich auf das zweite Stück "Pirates of Rock". Der Vorsitzende des MV Nenzingen, Joachim Bold, freute sich über das gute Niveau der Kinder, die keinerlei Aufregung vor ihrer Premiere gezeigt hatten.

Die 19 Jugendlichen des Bezirksjugendblasorchesters Aachtal kommen aus den Musikvereinen Eigeltingen, Honstetten, Heudorf, Liptingen, Raithaslach-Münchhöf, Rorgenwies, dem Fanfarenzug Homberg-Münchhöf sowie der Stadtmusik Aach. Christian Mader leitet das Orchester seit anderthalb Jahren. "Es ist erst unser zweiter Auftritt. Schön, dass er am Jahresanfang liegt. Wir haben dafür neue Stücke geübt." Weil die tiefen Instrumente noch etwas dünn besetzt sind, spielt er auf dem E-Bass mit. "Das klappt, wir haben die Einsätze gut geübt", sagte er. Ayleen Templin kündigte die ganz unterschiedlichen Stücke an, darunter "Skyfall" aus dem gleichnamigen James-Bond-Film, "Summer" von Calvin Harris und die Polka "Ho Ruck Bum". "Das ist das erste Jugendorchester, das ich eine Polka spielen höre", freute sich Heiko Ruß vom MV Nenzingen. Das Publikum klatschte bei dem Stück eifrig mit.

Unter Dirigent Walter Rometsch, dessen Schuhe genauso grün waren wie die Hemden der 25 zehn-bis 20-jährigen Musiker, spielt das Jugendorchester Allmannsdorf seit 2001. Bei ihnen ging es steil nach oben. Erst mit ständiger Veränderung in Dynamik und Melodie himmelwärts bei "Walking to the sky", dann steil bergauf zum Gipfel des Eigers. Dieses Stück sei auch beim Einüben anstrengend gewesen, verriet Musiker Jonas. Das Ensemble spielte eine stimmungsvolle Version von "The best day of my life" und lud mit dem "Time Wrap" aus der Rocky Horror Show zum Tanzen ein. Aktuell hat das Orchester viele Trompeter und eher wenige Holzbläser. Auch Flötisten seien rückläufig, erzählte der Dirigent. Durch eine Kooperation mit der Grundschule gebe es immer wieder neue junge Musiker.

Das Jugendblasorchester Orsingen-Nenzingen (JBOON) spielte mit 27 Jugendlichen und dem jungen Dirigenten Tobias Probst anspruchsvolle Stücke, die Alina Rothmund ankündigte. Das JBOON nahm bei "Volatus" die Zuhörer mit zu einen aufregenden Flug, um sie anschließend mit Musik aus der Science-Fiction-Serie "Doctor Who" durch Zeit und Raum zu begleiten. So jedenfalls hieß das Stück. Wer die Augen schloss, hörte dann Regen plätschern, Donner grollen und ein Gewitter hereinbrechen. Mit Fingerschnippen und Klatschen erzeugten die Musiker zusätzlich zu ihren Instrumenten ganz neue Klangbilder, für die sie großen Beifall bekamen. Nach dem umjubelten Medley bekannter Gershwin-Melodien brachte das JBOON mit "Cheap Thrill" der australischen Sängerin Sia ein aktuelles Stück und durfte erst nach einer weiteren Zugabe die Bühne verlassen. Wieder überraschte Tobias Probst die Gäste. Diesmal mit der Coffee Serenade und Solistin Amelie Lenzinger an der Kaffeetasse.


Auszeichnungen

Andreas Fritschi überreichte Marina Metzger (Querflöte) das Jungmusiker-Leistungsabzeichen in Bronze. Viana Geiger (Querflöte), Teresa Pohl (Querflöte) und Tamara Fritschi erhielten das Jungmusiker-Leistungsabzeichen in Silber. Alle sind Mitglieder im MV Orsingen und haben im letzen Jahr die Prüfung bestanden. Lennart Feldt (Trompete) und seine Schwester Malin Feldt (Klarinette) gehören dem Musikverein Nenzingen an. Sie erhielten ebenfalls das Jungmusiker-Leistungsabzeichen in Silber. Andreas Fritschi hoffte, die Ausgezeichneten würden ihren Vereinen und der Blasmusik weiterhin die Treue halten. Sie seien die Zukunft und brächten Leben und Schwung in die Vereine.