Diese Entscheidung fiel nach einer langen Diskussion im Gemeinderat einstimmig: Am Ortsrand von Nenzingen darf kein knapp 17 Meter hoher Warmwassertank neben der Biogasanlage entstehen. Manche sorgten sich um das Landschaftsbild – ihnen waren die Dimensionen zu groß.

Die Feucht Agrogas GmbH wollte mit dem Tank Wärme für die von der BN-Netze GmbH betriebene Gasübernahmestation auf dem Nachbargrundstück liefern. In der Anlage wird Gas von Hoch- in Niederdruck umgewandelt. Für diesen Vorgang wird Wärme benötigt, damit die Anlage nicht vereist. Momentan wird diese Energie fossil über Gas erzeugt. Bürgermeister Bernhard Volk betonte, grundsätzlich sei die Wärmeversorgung aus der Überschussenergie der Biogasanlage wünschenswert. Er ersehe aus den Antragsunterlagen allerdings keine Begründung, warum der Warmwassertank dieses Volumen haben müsse.

Tank würde stark in der Landschaft hervorstechen

Volk führte aus, hier gehe es auch um Privilegierung. Diese sei offensichtlich nicht gegeben, da es keine betriebsnotwendige Verbindung gebe. Das Bauvorhaben diene keinem landwirtschaftlichen Betrieb und sei, weil es im Außenbereich liege, als sonstiges Vorhaben zu behandeln. Ein solches könne im Einzelfall zugelassen werden, wenn keine Beeinträchtigung öffentlicher Belange vorliege.

Die Verwaltung teile jedoch die Ansicht der Fachbehörde, dass ein Wassertank dieser Höhe in silbern-glänzender Ausführung in einer von Ackerflächen und landwirtschaftlicher Nutzung geprägten Landschaft auch aus der Ferne erheblich auffiele und damit einen Eingriff in das Schutzgut Landschaftsbild darstelle. Aus diesem Grund müsse der Bauantrag abgelehnt werden.

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Räte finden die Dimensionen zu groß

Harry Metzger (FWV) bekundete, er sei froh, dass die Gemeinde es so sehe: „So ein Puffer ist bei weitem nicht notwendig.“ Nikolaus Langner (CDU) fragte, warum der Tank so hoch sein müsse: „Es ist doch einleuchtend, dass er nicht in die Landschaft passt. Er ragt über alles hinaus.“ Darauf schlugen Roman Roth (FWV) und auch Langner vor, zwei Tanks zu bauen.

Christine Leithe (FWV) betonte, es sei grundsätzlich sehr gut, wenn überschüssige Wärme genutzt werde, sie sei nur mit der Höhe nicht glücklich. Auch Stefan Stemmer (CDU) fand die Grundidee richtig: „Es macht auf jeden Fall Sinn, überschüssige Wärme statt fossiler Energie zu nutzen. Wenn der Tank fünf Meter niedriger ausfiele, würde er lang nicht so schlimm aussehen. Elf oder zwölf Meter – damit könnte ich leben.“

Vorhaben gut, aber Tank zu hoch

Der Bürgermeister wies auf die anderen Schutzgüter hin, die zu beachten seien. Dazu sagte Antonie Schäuble (FWV): „Das ist etwa so wie bei einem Windrad. Das kann nicht unsichtbar passieren.“ Das Vorhaben sei in der Sache gut, aber besser, wenn der Tank weniger hoch wäre.

Der Bürgermeister machte klar: „Wir müssen diesen Bauantrag besprechen, keine Variationen.“ Schließlich fasste Roland Riegger (CDU) die Meinungen zusammen: „Wir sind uns einig, dass Wärmenutzung etwas Gutes ist. Es ist schade, wenn wir als Laien etwas beurteilen müssen, aber die Unterlagen, um das zu verstehen, nicht vorliegen. So bleibt nur die Optik.“

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