Der Erweiterungsbau für das Lädele in Schienen wird deutlich teurer als geplant. Bei der Genehmigung des Projekts ging die Verwaltung zunächst von Baukosten in Höhe von 160.700 Euro aus. Sowohl die bürgerschaftlich organisierte Genossenschaft wie auch die Gemeinde Öhningen als Bauherrin beantragten aus Förderprogrammen zur Stärkung des ländlichen Raums jeweils Zuschüsse in einer Gesamthöhe von 60.000 Euro. Inzwischen explodierten die Baukosten innerhalb eines Jahres aber auf über 263.000 Euro.

In seiner jüngsten Sitzung beriet der Gemeinderat deshalb über das weitere Vorgehen. In einer sachlich geführten Diskussion wägte der Rat die Vor- und Nachteile des Projekts ab und entschied sich am Ende für einen zügigen Baubeginn und die Übernahme der Mehrkosten.

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Da Bürgermeister Andreas Schmid Mitglied des Aufsichtsrats der Lädele-Genossenschaft ist, übernahm Bruno Schnur für diesen Tagesordnungspunkt die Leitung der Sitzung.

Ortschaftsrat Schienen bittet um wohlwollende Entscheidung

Gemeinderat Frank Leitner vom offenen Bürgerforum (OBF) zollte zunächst der Leistung der Schiener Genossenschaft Respekt. Er bewundere deren Mitglieder, wie sie mit großem Engagement und mit selbstlosen Mitteln im Dorf den Nahversorger und Treffpunkt aufgebaut haben. Er sprach sich dafür aus, über die Machbarkeit zu diskutieren und wie man den Umbau finanzieren könnte.

Klaus Nägele (CDU) las eine Erklärung aus dem Ortsschaftrat von Schienen vor, in der die Gemeinderäte um eine wohlwollende Entscheidung gebeten werden. Er gab zu bedenken, dass die bewilligten Zuschüsse aus den Förderprogrammen in Höhe von 60.000 Euro gesichert seien und dass es bei neuen Anträgen keine Garantie für eine erneute oder höhere Bezuschussung geben würde.

Keine sinkenden Baukosten in Sicht

Christine Schäfer (CDU) sieht für das kommende Jahr keine fallenden Kosten in der Baubranche. Angesichts der bereits bewilligten Zuschüsse empfahl sie einen zügigen Umbau des Lädeles.

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Rene Zimmermann (CDU) möchte mit den bereits im Haushalt berücksichtigten Mitteln und bewilligten Zuschüssen mit dem Umbau beginnen. Er erinnerte an die erfreuliche Steuerschätzung für das kommende Jahr mit der Möglichkeit, Ergänzungszuschüsse zu beantragen.

Der Entwurf von Architektin Nicola von Magnis für den Erweiterungsbau des Lädele ermöglicht eine größere Verkaufsfläche mit Bistro. Das ...
Der Entwurf von Architektin Nicola von Magnis für den Erweiterungsbau des Lädele ermöglicht eine größere Verkaufsfläche mit Bistro. Das Dach ist weit vorgezogen und bietet Schatten. Vor dem Anbau könnten zudem Sitzplätze für den Verzehr angeboten werden. | Bild: Genossenschaft Lädele

Lädele wichtiger als neues Gewerbegebiet

Markus Eiglsperger (FBL) sieht in dem Bauprojekt ein typisches Muster in der Gemeinde vorliegen: Das Grundproblem liege darin, dass die Projekte der Gemeinde zu lange dauern würden. „Und wir lösen keines unserer Probleme, wenn wir auch dieses wieder verschieben“, sagte Eiglsperger. Er drängte auf das Abschließen von Projekten in der Gemeinde.

Zur Gegenfinanzierung empfahl er die bereitgestellten Haushaltsmittel für den Kauf von Grundstücken des potentiellen Gewerbegebiets in Schienen zu nutzen. Das Lädele sei für die Ortschaft wichtiger als ein neues Gewerbegebiet für maximal drei Gewerbebetriebe, so Eiglsperger. Und da Öhningen für seine Energiewende an Schienen Forderungen stellt, müsse Öhningen auch bereit sein, der Ortschaft etwas zu geben.

Ein Gewinn für Bevölkerung und Touristen

Stefan Singer (Netzwerk) plädierte für die höhere Investition und für ein zügiges Umsetzen des Anbaus. Angesichts der Gemeindeinvestitionen, die Öhningen für gewöhnlich partiell für ihre Vereine zuschneidet, sieht Singer einen größeren Gewinn für die gesamte Bevölkerung und den Tourismus in der Ortschaft. Zudem sei noch die Kraft und der Elan für den Umbau vorhanden. Eine Verzögerung des Projekts könnte diese Kraft untergraben, gab Stefan Singer zu bedenken.

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Frank Leitner (OBF) schlug vor, die Kosten für die Planung sowie für die Baukosten durch Auswahl der Materialien zu reduzieren. Für Andrea Dix (Netzwerk) ist das Lädele nicht nur ein erfolgreicher Nahversorger und ein Treffpunkt für die Bürger, sondern auch ein Arbeitgeber in der Ortschaft. Die zusätzlichen Baukosten ließen sich im Haushalt kompensieren, so ihre Sicht. Sie empfahl der Bevölkerung, sich am ländlichen Projekt und an der Genossenschaft mit dem Erwerb von Anteilen zu beteiligen, um deren Kapitaldecke zu erhöhen.