Vier Architekturbüros für Landschaftsplanung haben bei dem Ideenwettbewerb zur Gestaltung des Klosterplatzes sowie der grünen Mitte Öhningens ihre Entwürfe eingereicht. Bereits in einer Sondersitzung des Gemeinderates legte eine neunköpfige Jury aus Gemeinderäten und Fachpreisrichtern eine Rangfolge der Entwürfe vor.

Über diese hat der Öhninger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung entschieden. „Das Büro Glück aus Stuttgart hatte Glück und wurde von der Jury mit acht zu eins Stimmen als Wettbewerbssieger empfohlen“, so Bürgermeister Andreas Schmid. Dieser Empfehlung folgte der Gemeinderat bei drei Enthaltungen. Er beauftragte die Verwaltung, mit dem Wettbewerbssieger in Verhandlungen zu treten, um konkrete Planungsschritte zu erörtern. Unklar ist jedoch, ob für den umgestalteten Klosterplatz ein Gebäude weichen soll.

Konkret ging es um die Gestaltung des Klosterplatzes. Zugleich sollten von den Büros Ideen entwickelt werden, wie die Ortsmitte mit dem See optisch verknüpft werden könnte. Der Wettbewerb bestand somit aus einem Realisierungsprojekt sowie einer Ideensammlung für eine grüne Mitte Öhningens. Das Realisierungsprojekt Klosterplatz wurde in zwei Varianten ausgelobt – mit und ohne ein bestehendes Wohngebäude. Die Entwürfe orientierten sich somit in einer zweiten Variante am historischen Vorbild, bei dem der Klosterplatz zwischen Rathaus und Zehntscheuer eine freie Fläche war.

Jury-Vorsitzende ist für Abriss des bestehenden Gebäudes

„Der bestplatzierte Entwurf beschäftigt sich sehr intensiv damit, wie es früher ausgesehen hatte. Und das hat die Jury überzeugt“, hatte Jury-Vorsitzende Cornelia Bott in der vorangegangenen Sondersitzung des Gemeinderats erläutert, als die Entwürfe einzeln vorgestellt wurden.

Doch auf dem historischen Platz und gegenüber dem Rathaus stehe ein Wohngebäude. Unklar sei, ob es dem entwickelten Platz weichen kann, so die Professorin an der Fakultät Umwelt, Gestaltung, Therapie der Universität Nürtingen: Man merke, dass es die Möglichkeit der Entwicklung einschränkt, so Cornelia Bott: Es sei wünschenswert, wenn man diesen Platz im Gesamten hätte, um das Ganze als ein Ensemble zusammenzufügen. Bleibe das Gebäude, so entstehe dahinter nur ein Stellplatz für Fahrzeuge ohne eine entwickelte Garage. Die Professorin machte deutlich, dass man mit diesem Gebäude nicht mehr von einem Klosterplatz sprechen könne.

Bild: Orlowski Birgit

Es war die Perspektive, die die Jury bei dem Siegerentwurf angezogen hatte. Hierbei seien der Klosterplatz sowie das Augustinerkloster mit einer Allee und einer durchgängigen Pflasterfläche entwickelt worden, so Bott in der Sondersitzung. Das Torwärterhäuschen sei aus seiner Grundform herausgenommen worden, sodass man auf den Klosterplatz aus unterschiedlichen Richtungen kommen könne.

Auf dem großzügigen Platz soll seitlich ein Brunnen angelegt sowie eine großzügige Pergola errichtet werden. Diese lege den Blick auf die Landschaft frei, grenze aber gleichzeitig den neuen Klosterplatz ab. Bäume sollen Schatten spenden. Der neue Platz soll zugleich die historische Struktur wiederbeleben und den Bürgern einen Ort der Begegnung, auch mit Schaustellermärkten, bieten können. Unter der Pergola soll eine Garage unterirdisch errichtet werden.

Das ganze Areal soll einheitlich gepflastert werden

Im zentralen Bereich wurde von dem Planungsbüro für den Klosterplatz, den Linden- und Kirchplatz sowie an der südlichen Terrasse am Stiftsgebäude ein einheitlicher Bodenbelag aus Natursteinkleinpflaster im Passeverband vorgeschlagen, um ein einheitliches Platzkontinuum zu schaffen.

Beim Ideenwettbewerb um die grüne Mitte wurden Vorschläge für Weinreben- und Streuobstgärten sowie eine Allee zum Chorherrenstift und Spielmöglichkeiten für Kinder entwickelt, die auch ein Vereinsheim sowie ein Mehrgenerationenhaus berücksichtigen. Eine zentrale Allee in einer Nord-Süd-Ausrichtung soll künftig die Sportplätze voneinander trennen. Dafür müsste eine der Sportflächen um wenige Meter in Richtung Westen verschoben werden.

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