Insgesamt produzierten die Teilorte der Höri-Gemeinde Öhningen im Corona-Jahr 2020 rund 379 Tonnen Restmüll sowie 460 Tonnen an Biomüll. Dabei stieg der Anteil allein am Biomüll um nahezu acht Prozent an. Corona habe in den Haushalten mehr Müll produziert, kommentierte Bürgermeister Andreas Schmid in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats die Nebenwirkung der Pandemie: Wahrscheinlich seien die Menschen häufiger in ihren Gärten gewesen und hätten die Biotonnen noch mehr gefüllt.

Je höher die Abfallmenge in der Tonne, umso mehr würden auch die Entgelte für deren Entsorgung steigen, sagte Schmid über die Neukalkulation der Abfallgebühren für das kommende Jahr. Diese erhöhen sich um rund neun Prozent für den Biomüll und rund fünf Prozent für den Restmüll. Der Rat beschloss auch die Gebühren für den Abwasserbetrieb und für die Versorgung mit Frischwasser, wobei die Abwassergebühren für das Schmutz- und Niederschlagswasser 2022 für einen Normalhaushalt nahezu gleichbleiben.

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Was sich beim Abwasser verändert

„Keine Angst. Es werden keine riesige Änderungen auf uns zukommen. Aber wir passen die Gebühren jedes Jahr an“, so Bürgermeister Andreas Schmid. Für die beiden Jahre 2019/20 ermittelte die Kämmerei des Gemeindeverwaltungsverbands Höri für den Wasser- und Abwasserbetrieb eine Überdeckung in Höhe von mehr als 140.000 Euro. Davon gelten rund 85.000 Euro aus dem vergangenen Jahr als noch nicht endgültig abgeschlossen und bleiben für die Neukalkulation unberücksichtigt. Fest steht jedoch die Jahresrechnung aus dem Jahr 2019 mit einer Überdeckung in Höhe von rund 55.000 Euro. Sie wurde für die Neukalkulation berücksichtigt.

Die Schmutzwassergebühr liegt aktuell bei 1,45 Euro pro Kubikmeter sowie die Niederschlagswassergebühr bei 39 Cent, wobei sich die Grundgebühr bei 45,96 Euro und die Zählergebühr bei 12,36 Euro belaufen. Überdeckungen münden so in eine Senkung der Grundgebühren, der Zähler- und Niederschlagsgebühren, aber in eine Gebührenerhöhung für das Schmutzwasser in Höhe von fünf Cent je Kubikmeter. Umgerechnet auf einen Haushalt mit zwei Kindern und einem Wasserverbrauch von 100 Kubikmetern und 190 abflusswirksamen Fläche ergibt sich eine Ersparnis von 85 Cent im Jahr.

Die Kostenüberdeckung 2020 in Höhe von 85.000 Euro werde für die Gemeinde in der Zukunft gebraucht, so Schmid: Da die Umlage in den nächsten Jahren an den Abwasserzweckverband wegen den hohen Investition in die Kläranlage steigen werde. Inklusive der Überdeckung für das laufende Jahr könnten so die Preise über die nächsten Jahre trotzdem stabil gehalten werden, kündigte er an.

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Es sind Investitionen geplant

Die verbrauchte Wassermenge stieg im Corona-Jahr 2020 in Öhningen um 30 Millionen Liter gegenüber dem Vorjahr. Neben dem Verbrauch stiegen auch die Betriebskosten für die Unterhaltung des Leitungsnetzes um 47.000 Euro. Für das Jahr 2022 sind ebenso hohe Investitionen geplant, die sich in den Abschreibungen bemerkbar machen werden. Dem stehen Mehreinnahmen aus dem höheren Verbrauch gegenüber, die in der alten Kalkulation unberücksichtigt blieben.

Die Gebühr für Frischwasser bleibt 2022 gleich bei 2,48 Euro pro Kubikmeter, die Grundgebühr steigt jedoch bei einem Musterhaushalt um 2,76 Euro an. Die Kalkulation für die Wasserversorgung gilt für ein Jahr.

Änderungen beim Abfall

Gleich drei veränderte Einflussgrößen bestimmen die Gebührenerhöhung für den Abfall: Der Müll stieg in Öhningen und seinen Teilgemeinden deutlich an. Das betraf den Elektro- wie den Sperrmüll, aber auch den Rest- und den Biomüll. Allein der Biomüll erhöhte sich um 30 Tonnen. Zudem erhöhten der Landkreis und der Entsorgungsbetrieb die Preise. Desweiteren wurde eine Unterdeckung aus dem Haushalt 2018 ausgeglichen.

Für einen Musterhaushalt bestehend aus zwei Personen ergibt sich eine Erhöhung der Abfallgebühren bei Behältergrößen von je 120 Liter für Rest- und Biomüll in Höhe von 12,80 Euro auf 318,24 Euro im Jahr. Darin enthalten ist die Senkung der Grundgebühr um 3,52 Euro.

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