Das Lädele in Schienen hat eine bewegte Geschichte. Es ist eine bürgerschaftlich organisierte Genossenschaft zur Versorgung des Dorfs mit Lebensmitteln. Der kleine Laden stand kurz vor dem Aus, weil die Genossenschaft keine Nachfolger im Vorstand fand. Nach einem Brandbrief an die Dorfgemeinschaft erlebte der Laden eine Wiedergeburt bürgerschaftlichen Engagements.

Und der Vorstand dachte sogar an einen Erweiterungsbau für das Lädele. Was aus der jüngsten Hauptversammlung der Genossenschaft jedoch sichtbar wurde: Dieser Traum könnte platzen. Vermieterin des Gebäudes ist die Gemeinde Öhningen. Deren Gemeinderat bewilligte den Erweiterungsbau für die Vergrößerung des Sortiments und den Bau eines Bistros in Höhe von 160.000 Euro.

Eine Kostenexplosion

Doch die Kosten explodierten innerhalb eines Jahres auf mehr als eine Viertelmillion Euro. Am Dienstag, 17. Mai, wird der Öhninger Gemeinderat erneut über die Zukunft des Anbaus zu entscheiden haben.

Die Zuschüsse aus dem Förderprogramm „Integrierte ländliche Entwicklung“ in Höhe von 20.000 Euro wurden bereits bewilligt – mit dem Richtmaß, dass der Anbau bis zum Ende dieses Jahres zu realisieren sei, so Andrea Kasper vom Vorstandsteam der Genossenschaft.

Gemeinderat muss erneut entscheiden

Die Erweiterung habe die Baugenehmigung erhalten. Die Arbeiten könnten Anfang Oktober beginnen und innert drei Monaten abgeschlossen sein. Auch ein Zuschuss aus dem Förderprogramm „Entwicklung im ländlichen Raum“ (ELR) von weiteren 40.000 Euro wurde bereits genehmigt, erläuterte der Sprecher des Aufsichtsrats, Andreas Schmid.

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Das Problem sei nun, dass man nachträglich keine Kostensteigerung beim Zuschuss aus dem ELR-Programm anmelden könne. Bei Mehrkosten von 100.000 Euro müsste der Gemeinderat weitere Mittel zuschießen. In Anbetracht der Wirtschaftlichkeit, müsse man sehen, wie sich der Gemeinderat entscheide.

Und ob man mit den Zuschussgebern in Verhandlung treten könnte. Die Planung stehe und die Baugenehmigung sei vorhanden, so Schmid. „Wir müssen sehen, wie wir das mit oder ohne Zuschuss finanziert bekommen.“ Hierüber müsse der Rat entscheiden.