Am Sonntag, 3. Juli 2022, wählen die Einwohner von Öhningen ihren Bürgermeister. Auf diesen Termin einigten sich die Gemeinderäte in ihrer ersten Sitzung im neuen Jahr. Sollte die Bürgermeisterwahl keine Entscheidung hervorbringen, wird am 17. Juli erneut gewählt, so das Gremium.

Den Vorsitz zum Tagesordungspunkt übernahm Gemeinderat Michael Otto (FBL) aus einem ganz spezifischen Grund: Bürgermeister Andreas Schmid gab hier die Sitzungsleitung wegen Befangenheit an seinen Stellvertreter ab. Denn der Bürgermeister strebt eine vierte Amtsperiode an und steht für eine erneute Kandidatur zur Verfügung, ließ Schmid bereits bei seiner Ansprache für das neue Jahr verlautbaren: „Es ist einfach zu früh, jetzt schon den Stab hinzuwerfen“, sagte er.

Stellvertreter Michael Otto begrüßt Schmids Kandidatur

1998 wurde Andreas Schmid erstmalig zum Bürgermeister gewählt und 2006 und 2014 bei fehlenden Gegenkandidaten zwar mit übergroßen Mehrheiten, aber auch bei geringen Wahlbeteiligungen wiedergewählt. Drei Amtsperioden zu jeweils acht Jahren seien eine sehr respektable Leistung, so Michael Otto: Und es sei nicht immer einfach gewesen, sich den oft sehr widersprüchlichen Interessen in der Gemeinde zu stellen.

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Vor diesem Hintergrund sei es zu begrüßen, dass sich Schmid noch jung genug fühle und mit der Gemeinde die anstehenden Aufgaben bewältigen wolle, kommentierte Otto die Kandidatur: „Wer die Haushaltsplanung in der letzten Sitzung verfolgt hatte, konnte konkret den Eindruck gewinnen, dass er so in der Materie ist und das Amt nicht unbedingt einem Nachfolger übergeben möchte.“

„Ich brenne noch“

Nach drei Amtsperioden könnte Schmid bereits in den Ruhestand treten. Doch der 58-Jährige lässt angesichts der von ihm skizzierten Agenda für die nächsten Jahre keinen Zweifel aufkommen, dass er weiter gestalten möchte: „Ich brenne noch“, so Schmid. „Und wenn mir die Bürgerinnen und Bürger vielleicht im Juli wieder das Vertrauen aussprechen, dann würde ich gerne wieder ein Teil des Ganzen für die nächsten acht Jahre sein.“