Die Aktion 1000 Bäume für 1000 Kommunen des Gemeindetags von Baden-Württemberg sorgte auf der jüngsten Sitzung des Öhninger Gemeinderats für Kopfzerbrechen. Einig sind sich alle Ratsmitglieder darüber, dass man dieses Maßnahmenpaket nutzen will, um einen Beitrag zum Klimaschutz und zum Landschaftserhalt zu leisten.

Doch das Thema ist komplex. Welche Bäume werden den Klimawandel überstehen, welche Baumarten sind für den jeweiligen Standort geeignet? Gerhard Wiedenbach (CDU) bringt es auf den Punkt. „Welche Bäume kann man wohin pflanzen? Gibt es irgendwelche Vorgaben?“ Er wäre gerne bereit, auf einem Grundstück abgestorbene Bäume zu ersetzen. Er wisse aber nicht, welche Anpflanzungen letztlich sinnvoll seien.

Schutzgebühr: Ja oder Nein?

Bürgermeister Andreas Schmid hält eine Durchmischung mit Laubbäumen wegen der positiven CO2-Bilanz für sinnvoll und die angedachte Schutzgebühr von 15 Euro pro Baum für angebracht. Eine größere Einnahme verspricht sich René Zimmermann (CDU) davon nicht. Er spricht sich dafür aus, auf die Schutzgebühr zu verzichten. Ihm sei es wichtig, dass überhaupt Bürger bereit sind, Bäume zu pflanzen. Bei 1000 Bäumen, die – egal wie – einen Beitrag für die Umwelt liefern, könne die Gemeinde auf rechnerische Einnahmen in Höhe von 15.000 Euro verzichten.

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Gerhard Wiedenbach sieht das anders. Er spricht sich für eine Schutzgebühr von 30 Euro aus, allerdings sollte darin ein professioneller Rückschnitt nach drei oder vier Jahren enthalten sein. Frank Leitner vom Offenen Bürgerforum (OBF) ist der Meinung, man könne notwendige Anpflanzungen von Bäumen nicht nur den Bürgern überlassen, die Verwaltung müsse genau darüber nachdenken, wo aus Straßenzügen vielleicht so etwas wie Alleen entstehen könnten.

Beratung durch Experten

Andrea Dix (Netzwerk) schlug vor, sich mit dem Landschaftserhaltungsverband (LEV) in Verbindung zu setzen. Hier könne man eventuell fachlichen Rat einholen. Auf Nachfrage sagte Tilo Herbster, Geschäftsführer des LEV Konstanz und Förster, er sei gerne bereit, die Gemeinde mit seinem Fachwissen zu unterstützen.