Eigentlich hätte der jetzt fertiggestellte Radweg an der L192 zwischen Öhningen und Wangen mit einer offiziellen Übergabe seinem Zweck zugeführt werden sollen. Doch auch sie musste aus Sicherheitsgründen zur Bekämpfung des Corona-Virus kurzfristig abgesagt werden.

Feier findet wegen Corona nicht statt

Wie Oliver Hillinger, Pressesprecher beim Verkehrsministerium des Landes Baden-Württemberg, erläutert, sollen alle persönlichen Kontakte um 75 Prozent reduziert werden. Landesverkehrsminister Winfried Hermann sagte aus diesem Anlass: „Ich finde es schade, dass diese Veranstaltung wegen der Corona-Bedingungen nun nicht vor Ort stattfinden konnte.“

Bild: Regierungspräsidium Freiburg

Für Hermann ist der Bodenseeradweg einer der schönsten Radwege Europas. Nun könne man auf dem Fahrrad lückenlos einmal um den See fahren. „Dadurch kommen wir unserem Ziel näher, Baden-Württemberg zum Radtourismusland Nummer eins zu machen“, sagt er.

Verbesserung auch für Pendler

Auch für Pendler und Alltagsradler sei dieser Lückenschluss zwischen Öhningen und Wangen eine Verbesserung. Unterbrechungsfreie Radwege bedeuteten ein Plus an Verkehrssicherheit. „Der Ausbau war notwendig, um einen sicheren und flüssigen Radverkehr zu gewährleisten“, so Hermann. „Mit diesem neuen Radweg könnten die Zahlen des touristischen Radverkehrs, aber auch die für die täglichen Wege zur Arbeit erhöht werden. Das freut mich sehr. Unser Ziel ist die Verdoppelung des Radverkehrs auf 20 Prozent bis zum Jahr 2030.“

Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer erläutert, warum es mehr als 20 Jahre dauerte, bis die Planungen umgesetzt werden konnten: „Ich möchte daran erinnern, dass das Planfeststellungsverfahren für diesen Radweg vor fast auf den Tag genau zehn Jahren eingeleitet wurde.“ Mit Kreativität, Verhandlungsgeschick und Durchhaltevermögen habe man den Bau dieses Abschnittes im Konsens mit der Region möglich gemacht.

Land möchte eher sanieren und erhalten, statt neue Flächen zu versiegeln

Das Land verfolge grundsätzlich den Ansatz Sanierung und Erhalt vor Neubau und Ausbau, was bedeutet, dass man zusätzliche Flächenversiegelung minimieren oder verhindern möchte. Das sei in diesem Fall aber nicht möglich gewesen: „Da es sich hier um einen Rad- und Fußverkehr handelt, wird aber zumindest etwas für den Schutz unseres Klimas getan. Wer weiß: Vielleicht führt der Radweg dazu, dass immer mehr in der Region auf das Rad umsteigen.“

Bürgermeister Andreas Schmid zeigt sich erleichtert: „Auch wenn viele nicht mehr daran geglaubt haben, kann nun, 25 Jahre nach den ersten Planungen, der Radweg von Öhningen nach Wangen für den Verkehr freigegeben werden“, erklärt der Öhninger Verwalungschef. „Möglich war dies, weil wir hartnäckig darum gekämpft und in den letzten Jahren alle an einem Strang gezogen haben. Obwohl die Verkehrsübergabe aus Corona-Gründen nicht stattfinden konnte, steht der Radweg den Radfahrern nun offiziell zur Verfügung.“

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