Am 28. Juni sollte eigentlich der 15. Schienerberglauf wie in den vergangenen Jahren am „Lädele“ in Schienen gestartet werden. Wie in der Vergangenheit rechneten die Veranstalter von der Genossenschaft des Lädele auch 2020 mit rund 500 Teilnehmern, die sich auf den Strecken rund um den Ort auf dem Schienerberg sportlich betätigen wollten. Daraus wird im 15. Jahr der Veranstaltung jedoch nichts werden. Die Corona-Pandemie verhindert sie und bringt damit gleich auch noch ganz andere Dinge aus dem Gleichgewicht. Denn der Schienerberglauf wurde von der Genossenschaft immer dazu genutzt, den Betrieb des „Lädele“ in der Ortsmitte mitzufinanzieren.

„Uns liegt die Gesundheit unserer Läufer und Helfer am Herzen und wir wollen hier keinerlei Risiko eingehen, daher setzen wir einfach ein Jahr aus. Obwohl uns bewusst ist, dass wir den Ertrag des Schienerberglaufs dringend im Lädele benötigen. Dieser füllt immer unser Minus aus dem laufenden Betrieb“, erklärt dazu Andrea Kasper, eine der drei Vorstände der Genossenschaft. Damit wird es den Lauf erst wieder im kommenden Jahr geben. Die finanzielle Einbuße, die laut Andrea Kasper rund 5000 bis 6000 Euro ausmacht, hofft man durch die Soforthilfe des Bundes ausgleichen zu können. Immerhin wurde dem Antrag der Genossenschaft zugestimmt.

Lädele-Team hat im März schnell reagiert

Noch im März hatte für die Mitglieder alles ganz anders ausgesehen. „Der März war gigantisch“, erinnert sich die Kasper. Kunden, die zuvor nie im Lädele gesehen wurden, kauften vor Ort ein, um nicht größere Geschäfte aufsuchen zu müssen. Selbst lange Warteschlangen vor dem Geschäft wurden geduldig von den Kunden ertragen. Um den Mehraufwand für Hygiene und Kundenschutz zu kompensieren, wurden die abendlichen Öffnungszeiten gestrichen und das Personal am Vormittag eingesetzt.

Zudem hatte man von Beginn an einen Lieferdienst eingerichtet, der Waren bis 13 Uhr auslieferte, die am Vortag bis 17 Uhr bestellt wurden. „Die Kunden schätzten diesen Service“, sagt Andrea Kasper. Mittlerweile hat sich die Kundenfrequenz wieder normalisiert und sorgt zugleich für Sorgenfalten bei den Verantwortlichen. „Weil in diesem Frühjahr und Sommer die Touristen ausfallen, kommt das Schwierigste erst noch“, glaubt Andrea Kasper. „Die fehlen uns schon“, stellt sie dazu fest.

„Weil in diesem Frühjahr und Sommer die Touristen ausfallen, kommt das Schwierigste erst noch.“Andrea Kasper, Lädele-Vorstand
„Weil in diesem Frühjahr und Sommer die Touristen ausfallen, kommt das Schwierigste erst noch.“Andrea Kasper, Lädele-Vorstand | Bild: Jarausch, Gerald

Immerhin halten die Sponsoren des Schienerberglaufs zu der Genossenschaft. „Die haben Verständnis für die Situation und sind 2021 auf jeden Fall wieder mit dabei“, sagt sie. Zudem hofft sie, dass die freiwilligen Helfer im kommenden Jahr wieder zahlreich mit dabei sind. „Die vielen Helfer haben die Arbeitsabläufe bis 2021 hoffentlich nicht vergessen oder verlernt und die Läufer dürfen nun ein Jahr länger trainieren“, versucht Andrea Kasper der Situation noch etwas Gutes abzugewinnen.

Nächster Versuch am 27. Juni 2021

Zum Glück ist ein Teil der sonst üblichen Ausgaben in diesem Jahr noch nicht getätigt worden. Die Flyer wurden nicht in Druckauftrag gegeben und auch die Pokale und Medaillen sind noch nicht bestellt worden. Dafür wurde jedoch schon ein Ersatztermin für das kommende Jahr fixiert. Der tatsächliche 15. Schienerberglauf wird damit im 16. Jahr am 27. Juni 2021 hoffentlich wie gewohnt stattfinden.