Die Hauptversammlung der örtlichen CDU in Öhningen war unter den Christdemokraten mit großer Spannung erwartet worden. Zum einen standen die Wahlen des Vorstandes an. Hierzu hatte der bisherige Vorsitzende des Ortsvereins, Wolfgang Menzer, bereits im Vorfeld erklärt, dass er nach zehn Jahren nicht mehr zur Verfügung stehen werde. Er könne sich aber eine andere Aufgabe im Vorstand vorstellen.

Die Suche nach einem geeigneten Nachfolger gestaltete sich erheblich schwieriger als von den Parteimitgliedern erwartet. Diese hatten bereits auf René Zimmermann gesetzt, doch Zimmermann weigerte sich zunächst. Er sei inzwischen mit seiner Tätigkeit als Gemeinderat und seinen weiteren Ehrenämtern mehr als ausgelastet.

Doch das wollten die Mitglieder nicht gelten lassen. Gerade durch seinen vielfältigen Einsatz für die Gemeinde sei Zimmermann geradezu prädestiniert für die Aufgabe des Vorsitzenden, war ihre Meinung. Nur unter der Bedingung, dass ihn viele Mitglieder auch zukünftig unterstützen würden, war René Zimmermann letztlich dazu bereit, sich dieser Aufgabe zu stellen.

Für 40 Jahre Mitgliedschaft in der CDU wurde Bruno Bohner mit der Ehrennadel in Silber ausgezeichnet. „Diese lange Zeit war nicht immer ganz leicht“, sagte Bohner. Als Demokrat müsse man aber auch andere Meinungen und Mehrheiten aushalten.
Für 40 Jahre Mitgliedschaft in der CDU wurde Bruno Bohner mit der Ehrennadel in Silber ausgezeichnet. „Diese lange Zeit war nicht immer ganz leicht“, sagte Bohner. Als Demokrat müsse man aber auch andere Meinungen und Mehrheiten aushalten. | Bild: Michael Jahnke

Diese Unterstützung sei eine Selbstverständlichkeit, sagte Bruno Bohner, der für seine 40-jährige Parteizugehörigkeit ausgezeichnet wurde und der über viele Jahre auch den Ortsverein der Christdemokraten geleitet hatte. In Hinblick auf die große politische Bühne in Berlin sagte Bohner: „Man braucht ja nicht immer einer Meinung zu sein, das muss man als Demokrat aushalten.“ Aber gerade die politische Arbeit vor Ort sei heute wichtiger denn je. Deshalb sei auch der Ortsverein der CDU für die Gemeinde wichtig, nur so könne man einen Landtagskandidaten auch wirksam unterstützen.

Landtagskandidat Levin Eisenmann stellt sich vor

Das war das Stichwort für Levin Eisenmann, der für die Christdemokraten am 14. März 2021 für den Wahlkreis Konstanz-Radolfzell in den Landtag in Stuttgart einziehen möchte. „Es ist notwendig, die Besonderheiten des Landkreises in Stuttgart aufzuzeigen“, sagte Eisenmann und führte als Beispiel das Thema Landwirtschaft an.

Der Landkreis Konstanz gehöre nach Eisenmanns Worten zu einem von drei Landkreisen in Baden-Württemberg, in denen Landwirtschaft in Naturschutzgebieten stattfindet. „Ich habe den Eindruck, die besondere Situation im Landkreis ist vielen Abgeordneten nicht bewusst. Naturschutzgebiete sind keine abgesperrten Areale, zu denen niemand Zutritt hat. Für die Landwirte in unserer Gegend stellt diese Besonderheit aber schon heute eine besondere Herausforderung dar.“

Tagespraktika in Firmen und Einrichtungen der Region

Statt eines Volksbegehrens zum Bienensterben seien von Landwirten, Wissenschaftlern und Naturschützern gemeinsam erarbeitete Lösungen zielführend, so Eisenmann. Um diese Besonderheiten auch aus eigener Kenntnis in Stuttgart vertreten zu können, führt Eisenmann einen Wahlkampf, der in den Augen der versammelten Christdemokraten ein Alleinstellungsmerkmal aufweist. Eisenmann besuche die Unternehmen im Landkreis nicht nur, um sich mit der jeweiligen Geschäftsführung über wirtschaftlichen Belange auszutauschen.

„Ich mache eine Praktikumstour“, stellt Eisenmann heraus. Er arbeite in den Betrieben und Institutionen jeweils einen Tag lang, um die Dinge, die den Arbeitnehmern auf der Seele liegen, aus eigener Anschauung zu verstehen. „In den nächsten Tagen bin ich dann jeweils einen Tag in einem Alten- und Pflegeheim und in einem Krankenhaus.“ Sein Hauptarbeitsplatz als Landtagsabgeordneter im Falle seiner Wahl bleibe der Landkreis, sagte Levin Eisenmann. „In Stuttgart ist man an rund zwei Arbeitstagen. Da bleibt viel Zeit, sich vor Ort mit den Bürgern auszutauschen und sich so die Probleme genau anzusehen.“

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