Die ehemalige Metzgerei in Öhningen stellt alles andere als einen architektonischen Glanzpunkt dar. Zu guter Letzt diente das Gebäude zur Unterbringung von Flüchtlingen. Aber es war zu diesem Zeitpunkt schon einhellige Meinung im Gemeinderat, dass dies keine dauerhafte Lösung sein könne. Um zumutbaren Wohnraum in diesem heruntergekommenen Gebäude zu schaffen, wären Investitionen notwendig geworden, die in keinem Verhältnis gestanden hätten. Nur: Was macht man jetzt mit diesem „Schandfleck“, wie René Zimmermann (CDU) die Immobilie nennt?

Bürgermeister Andreas Schmid erläuterte dazu: „Letztlich hat die Gemeinde das Gebäude und das Grundstück erworben, um es später gewinnbringend zu verkaufen.“ Die Grundstückslage sei für die weitere Dorfentwicklung von großer Bedeutung. Wenn man also im Dorfentwicklungsplan vorankommen wolle, müsse man sich jetzt auch über diese Liegenschaft Gedanken machen. Simon Klose (Offenes Bürgerforum, OBF) wollte wissen, was ein Abbruch des Gebäudes kosten würde – doch dazu braucht es einen Beschluss des Gemeinderates, um dementsprechende Kalkulationen einzuholen.

Ein Abbruch wäre mit Kosten verbunden

Stefan Singer (Netzwerk) sah ein grundsätzliches Problem: „Wir müssen uns bewusst sein, dass wir mit einem Abbruch auch Kosten übernehmen, die eigentlich Sache eines Investors wären.“ Wenn das unterkellerte Gebäude abgerissen werde, mache es Sinn, auch die Kellerräume und das Fundament zu entfernen. „Doch diese Baugrube muss dann zunächst wieder verfüllt werden“, so Singer, „wenn ein Investor dann ein Gebäude mit Kellerräumen errichten will, müsse das Füllmaterial wieder entfernt werden“, führte Singer mit Hinblick auf die Verkehrssicherungspflicht der Gemeinde weiter aus.

Auf jemanden, der Geld in die Hand nehmen will, wollte René Zimmermann aber mit dem Abbruch nicht warten. Das würde den Handlungsspielraum der Gemeinde zu sehr einschränken. Bis ein Kapitalanleger gefunden sei, könne das Areal als Parkplatz dienen, warf Gerhard Wiedenbach (CDU) ein. Michael Otto (Freie Bürgerliste, FBL) und Simon Klose waren sich einig, dass zeitgleich mit dem Abriss der Alten Metzgerei deshalb auch ein Nutzungskonzept her müsse.

Kosten eventuell durch ELR-Sanierungsmittel abgedeckt

Andrea Dix (Netzwerk) sah keinen so großen Handlungsdruck. Sie sprach sich dafür aus, nicht alle Potentialflächen des Dorfentwicklungsplanes in Öhningen kurzfristig einer Nutzung zuführen. Ihrer Meinung nach sollte die Gemeinde auch nachfolgenden Generationen Möglichkeiten der Dorfentwicklung bieten. Von daher könne sie sich mit einem Parkplatz, mit Bäumen und einer Sitzbank, durchaus anfreunden. Sie sehe aber dabei die Gefahr, dass dieser Parkplatz dann überwiegend von Fremden genutzt würde. Deshalb sprach sie sich für eine Parkplatzbewirtschaftung aus. So käme wenigstens Geld in die Gemeindekasse. Einig sind sich die Gemeindevertreter letztlich, dass die Verwaltung zunächst die zu erwartenden Kosten für den Abbruch des Gebäudes ermitteln soll. Dabei stellt Bürgermeister Andreas Schmid in Aussicht, dass diese Kosten zumindest teilweise über die Sanierungsmittel (ELR) im Zusammenhang mit der Dorfentwicklung abgedeckt sein könnten.

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