Das Land Baden-Württemberg, die Erzdiözese Freiburg, die katholische Kirchengemeinde Höri und die Gemeinde Öhningen wollen gemeinsam das ehemalige Augustiner-Chorherrenstift in Öhningen entwickeln. Das haben sie in einer Absichtserklärung festgelegt.

„Aus Dornröschenschlaf wecken“

Wie das Finanzministerium in einer Presseerklärung mitteilt, sei Ziel der in Freiburg unterzeichneten Vereinbarung, das historische Gebäude-Ensemble auf der Höri langfristig zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Wir wollen das wertvolle kulturhistorische Bauwerk aus seinem Dornröschenschlaf wecken, es erhalten und erlebbar machen“, sagte Finanzministerin Edith Sitzmann bei der Vertragsunterzeichnung in Freiburg.

„Es soll sein Potenzial für die örtliche Kommune, die Pfarrgemeinde sowie die gesamte Gesellschaft entfalten können. Die Bodenseeregion ist besonders attraktiv, viele Gäste wissen das sehr zu schätzen. Damit bieten sich für das ehemalige Augustiner-Chorherrenstift viele Chancen“, erläuterte Finanzministerin Sitzmann.

Drei Gebäude des Südflügels

Die Absichtserklärung bezieht sich auf die drei Gebäude des Südflügels mit der Propstei, dem Pfarrhaus und dem Stammhaus. Das Propsteigebäude ist Eigentum der Gemeinde Öhningen. Das Stammhaus, das Pfarrhaus und die Kirche sind bestrittenes Eigentum zwischen der Kirche und dem Land Baden-Württemberg. Aufgrund der offenen Eigentumsverhältnisse müssen zunächst noch komplexe Rechtsfragen geklärt werden. Erst anschließend könne ein gemeinsames Bewirtschaftungskonzept verwirklicht werden.

Generalvikar Axel Mehlmann bewertet für die Erzdiözese Freiburg die Vertragsunterzeichnung als „historischen Tag für Öhningen„. Historisch deshalb, weil in dem Vertrag eine wichtige Grundlage für die Zukunft der Gemeinde Öhningen und der Kirchengemeinde Höri gelegt werde. Und historisch auch deshalb, weil zwischen Land, Gemeinde und Kirche ein neuer Weg der Zusammenarbeit eingeschlagen werden soll, welcher eine sachgerechte, rechtskonforme und nachhaltige Gestaltung der Immobilien in Öhningen zum Ziel habe.

„Ich bin froh und dankbar über diesen gemeinsamen Weg zum Wohle der Gemeinde und der Kirche in Öhningen sowie zum Wohle des Landes und der Erzdiözese. Wir gehen diesen Weg im Bewusstsein der Vergangenheit, aber mit Blick in die gemeinsame Zukunft“, sagte Generalvikar Mehlmann.

Gemeinsame Lösung wird gesucht

Pfarrer Stefan Hutterer von der Kirchengemeinde Höri erklärte: „Es geht ums große Ganze! Da ist es sehr erfreulich, dass sich die verschiedenen Nutzer und Eigentümer des Objektes gegenseitig versprechen, gemeinsam eine von allen mitgetragene Lösung für die künftige Nutzung der ehemaligen Klosteranlage zu finden und zu realisieren.“

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Er sei sehr dankbar, dass es zu diesem Schritt von Seiten des Landes Baden-Württemberg, der Gemeinde Öhningen, des Erzbistums Freiburg und der katholischen Kirchengemeinde Höri komme. „Ich verspreche mir sehr viel von diesem zugesagten und bestätigten Miteinander“, sagte Pfarrer Stefan Hutter.

Einen Schritt vorangegangen

Bürgermeister Andreas Schmid erklärte, die Gemeinde Öhningen sei mit der Sanierung und dem Umbau des gemeindlichen Teils am Augustiner-Chorherrenstift einen Schritt vorangegangen. „Immer mit der Hoffnung, dass in Zukunft eine gesamthafte Nutzung des Gebäudekomplexes möglich wird“, sagte Schmid.

Gemeinsam mit Kirche und Land scheine dies nun möglich zu sein. „Ich hoffe, dass wir nun eine Lösung finden, die dem Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung gerecht wird“, so der Bürgermeister der Gemeinde Öhningen.

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