Michael Maier nimmt sich Zeit an diesem heißen Vormittag: Doch, den Garten zeigt er gerne, und es hat ihn gefreut, dass er beim Preis der Bodenseegärten dabei war. Den Hauptpreis bekam ein Garten im schweizerischen Schlatt, aber schon die Nominierung war eine Ehre. Denn erst 2017 legte er den Garten an, und zum ersten Mal ist er beim "Grenzenlosen Garten-Rendezvous" dabei: Das Garten-Rendezvous bedeutet ja auch, dass die Gärten zu bestimmten Zeiten für Besucher geöffnet werden.

Ein Handwerker als passionierter Gärtner

Die Familie wohnt in einem Denkmal. Das ehemalige Bauernhaus wurde 1833 in der Kapelle St. Michael und St. Mauritius eingerichtet, die im Jahr 800 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde. Sie steht auf einem "uralten Kraftplatz", so Maier. Wie sie den gefunden haben? – Unsere Ahnen seien viel feinfühliger gewesen, meint Maier junior, sie hätten das einfach gespürt.

Michael Maier zeigt den Gebrauch der Winkelruten im Steinkreis. Im Hintergrund der Kräutergarten.
Michael Maier zeigt den Gebrauch der Winkelruten im Steinkreis. Im Hintergrund der Kräutergarten. | Bild: Doris Burger

Im Hauptberuf ist Maier Maler und Lackierer, sein Vater Georg Schreiner. Jetzt ist die Gartenarbeit Hobby, genau wie das Aufspüren von Kraftplätzen. Manche Leute haben noch heute Antennen dafür, meint Mayer, andere nutzen Wünschelruten aus nassem Haselholz. Moderner sind Winkelruten aus Kupfer, wie sie im neuen keltischen Garten sogar zu finden sind. Samt Anleitung für Neugierige zum Ausprobieren.

Auch Bienen fühlen sich wohl

Die Ruten schlagen am stärksten im Kreuzungspunkt von zwei Energielinien aus. Dort setzte Maier den sogenannten keltischen Steinkreis. Eine Art Stonehenge im Kleinen.

Kinder von Feriengästen dürfen im Baumhaus spielen
Kinder von Feriengästen dürfen im Baumhaus spielen | Bild: Doris Burger

Im Kräutergarten kultiviert Maier traditionelle Räucherpflanzen. Sie werden getrocknet verwendet, um Hauser und Ställe neu zu beleben, Salbei und Rosmarin etwa. Oben am Hang steht ein selbst gezimmertes Bienenhaus, die Bienen sorgen für reiche Ernte in den Obstgärten. Und ein Baumhaus erfreut Kinder von Feriengästen.

Bis Ende September kann der Garten täglich von 11-17 Uhr besucht werden, Gruppen ab 10 Personen nur nach Anmeldung: Familie Georg und Michael Maier, Am Käppeleberg 3, Öhningen-Schienen, Tel. (0 77 35) 15 00, www.bodenseegaerten.eu