Seit Fastnacht ist Stillstand beim größten Bauprojekt der Gemeinde, dem Augustiner Chorherrenstift. Für jeden sichtbar sind weitere neu hinzugekommende Putzabplatzungen an der bereits instandgesetzten Ostfassade. Was ist da los? Elf Wochen ohne irgendwelche Aktivitäten auf der Baustelle und das bei einem Zeitplan, der die Fertigstellung bis Ende 2020 vorsieht, da sonst die Zusagen für die öffentlichen Fördermittel auslaufen.

Trotz Nachfragen gab man sich verschwiegen. Es hatte den Anschein, da könnte ganz mächtig Feuer unterm Dach sein. Auf der letzten Sitzung des Gemeinderates vor der Wahl gab Bürgermeister Andreas Schmid einen Sachstandsbericht. Zwar hatte der damals beauftragte Statiker alles berechnet, ein Prüfstatiker alles gegengerechnet und von den Genehmigungsbehörden lagen alle Genehmigungen vor. Doch die Statik des Gebäudes bereitet bis heute Sorge.

Die bereits instandbesetzte Ostfassade des Augustiner Chorherrenstifts ist zwar schon gesichert, dennoch sieht man weitere Putzabplatzungen. Die genaue Ursache ist noch nicht geklärt, dennoch muss die Statik überarbeitet werden. Bild: Michael Jahnke
Die bereits instandbesetzte Ostfassade des Augustiner Chorherrenstifts ist zwar schon gesichert, dennoch sieht man weitere Putzabplatzungen. Die genaue Ursache ist noch nicht geklärt, dennoch muss die Statik überarbeitet werden. Bild: Michael Jahnke | Bild: Jarausch, Gerald

Andreas Schmid schilderte, dass nach damaliger Erkenntnis und der im Jahr 2012 vom Gemeinderat beschlossenen Vorgehensweise einer nutzungsneutralen Instandsetzung die Statik berechnet und die dementsprechenden Arbeiten ausgeführt worden seien. „Ob hier Fehler der ausführenden Unternehmen vorliegen, ob der Statiker noch mehr hätte untersuchen müssen, all das kann jetzt noch nicht abschließend beurteilt werden“, führte Schmid weiter aus.

Man werde diesen Punkt aber sehr genau untersuchen und nacharbeiten. Da durch die jetzt anstehenden Maßnahmen im Bereich der Statik Kosten von rund 200 000 Euro anstehen, seien diese Untersuchung und das Aufarbeiten gerechtfertigt, geradezu ein Muss, da es sich um öffentliche Gelder handele, egal aus welchen Töpfen.

Der Zeitplan ist durcheinander

Zwar ist die Baustelle jetzt wieder freigegeben, die Standortfrage für den Fahrstuhl und seine Ausführungsweise geklärt, doch nun braucht es Vorlaufzeit, bis die Unternehmen mit ihren Gewerken die Arbeit wieder aufnehmen. „Da können weitere vier Wochen ins Land gehen“, so Schmid. Der Zeitplan ist durcheinander geraten.

Für die Nachbesserungen der Statik muss man erneut ein Schwerlastgerüst aufbauen. Danach können die Sicherungsmaßnahmen kommen. Deshalb sah Schmid die Fertigstellung des Chorherrenstiftes zum Jahresende 2020 etwas skeptisch.

Hoffen auf Erhalt der Förderungen

„Wenn wir belegen können, dass unvorhersehbare Probleme diese Zeitverzögerung verursacht haben und die Fördergelder deshalb erst später abgerechnet werden können, erwarte ich da keine größeren Probleme. Es ist ein geschichtsträchtiges Gebäude, bei dem niemand im Voraus wissen kann, was ihn erwartet.“ Der neue Gemeinderat wird sich weiter damit beschäftigen müssen.