Öhningen – Es ist seit Jahren ein Dauerthema auf den Sitzungen des Gemeinderats: Auch bei der jüngsten Sitzung stand das Augustiner Chorherrenstift auf der Tagesordnung. Diesmal ging es um eine weitergehende Nutzung über Gastronomie und Hotellerie hinaus. Hilde von Massow, Orginsatorin der Höri-Musiktage, hatte angeregt, weitere Räumlichkeiten für eine Musikakademie zu nutzen. In Vorgesprächen mit den Gebäudeeigentümern, dem Land Baden-Württemberg und der katholischen Kirche, fand diese Idee überall großen Anklang.

Auch das RP hält viel von einer Musikakademie

Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer war ebenfalls von dieser Überlegung überzeugt und hatte der Verwaltung im Vorfeld signalisiert, dass es für ein solches Projekt auch entsprechende öffentliche Förderungen aus verschiedenen Finanztöpfen geben werde. Voraussetzung dafür sei aber eine Machbarkeitsstudie, um die Möglichkeiten und auch die Kosten aufzuzeigen. Auch die Gemeinderäte sind von diesem Vorschlag überzeugt. Dennoch entstand um den Auftrag an die Verwaltung, eine solche Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben, eine hitzige Debatte. Die leidenschaftlich geführte Diskussion war ein Ringen um die beste Lösung.

Synergieeffekte sind denkbar

Die Initiatoren halten Synergieeffekte für möglich. Wenn Teilnehmer einer Musikakademie Räume benötigten, könnte man Betriebs- und Unterhaltskosten auf mehrere Schultern verteilen, führte Bürgermeister Schmid als ein Argument für dieses Projekt an. Hinzu käme, dass die Akademie den Standort stärken könnte für die von den Öhninger Bürgern gewünschte Gastronomie.

Stefan Singer will es genauer wissen

Stefan Singer (Netzwerk) warf mit seiner Frage einen Blick in die Zukunft: "Was machen wir eigentlich, wenn das Ergebnis der Machbarkeitsstudie negativ ausfällt?" Damit sprach Singer die Frage nach den möglichen Alternativen an. Singer, der nach eigenen Worten ein Befürworter der Musikakademie sei, wollte den Auftrag für die Machbarkeitsstudie weiter gefasst wissen. Andere Möglichkeiten für den Fall, dass eine Akademie nicht realisierbar sei, müssten untersucht und aufgezeigt werden.

Bei negativem Ergebnis droht Verzögerung

"Wenn wir schon soviel Geld für eine Studie ausgeben, dann plädiere ich dafür – auch wenn es mehr Geld kostet – andere Möglichkeiten mit einzubeziehen." Bruno Schnur (CDU) äußerte seine Bedenken: "Ein Auftragnehmer braucht ein klare Vorgabe, was er untersuchen soll." Bürgermeister Andreas Schmid sprach sich zunächst für ein schrittweises Vorgehen aus: "Wenn die Studie ergibt, dass eine Musikakademie nicht machbar ist, haben wir exakte Datenerhebungen. Alternativen könnten in einem zweiten Schritt anhand der Daten untersucht werden und das zu geringeren Kosten." Stefan Singer wollte eine Verzögerung nicht akzeptieren. "Dann stehen wir in vier Monaten eventuell wieder bei Null", argumentierte er. Christine Schäfer (CDU) wandte ein, dass für eine Musikakademie das Einverständnis der Kirchengemeinde vorläge, für eine alternative Nutzung müsste ein Einverständnis erst eingeholt werden, die Kirchengemeinde könne dies aber auch verweigern.

Letztlich einigte sich der Rat auf die Formulierung zur Beauftragung einer Machbarkeitsstudie unter Berücksichtigung einer Musikakademie.