Die rot-grüne Liste Moos (RGL) und das Netzwerk Öhningen hatten zu einem Gespräch mit der Stuttgarter Gemeinderätin Anna Deparnay-Grunenberg eingeladen. Deparnay-Grunenberg wurde auf der Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen/Bündnis 90 im November 2018 in Leipzig zur Kandidatin für das Europaparlament gewählt und belegt den 15. Platz der Bundesliste. Es gäbe bereits starke Impulse für ein lebendigeres und lebenswertes Europa, zu dem alle europäischen Bürger beitragen könnten, erklärte Deparnay-Grunenberg. Es gelte, diese Impulse aufzunehmen und die damit verbundene eigene Dynamik zu nutzen.

Dabei gehe es nicht nur darum, im internationalen Handel einen Gegenpol zu den Weltmächten USA und China zu bilden. Es gebe nach Deparney-Grunenberg viele Ansatzpunkte für ein gemeinsames Handeln aller EU-Partner. Sie kritisiert in diesem Zusammenhang, dass bislang recht wenige europäische Ambitionen von Seiten der deutschen Bundesregierung zu spüren sei. Als Grüne wünsche sie sich, insbesondere beim Klimawandel bereits bestehenden Brücken auszubauen und neue ambitionierte europäische Projekte auf den Weg zu bringen.

Für eine nachhaltige Energiegewinnung

Ziel ist es für Deparnay-Grunenberg, den deutsch-französischen Motor auszutauschen und emissionsfrei an den Start zu bringen. Durch die geographische Nähe und die vielfältigen Vernetzungen in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft bestehe ein großes Potential, gemeinsam die europäische Energiewende in Schwung zu bringen. "Weg von AKWs und 'sauberer Kohle', hin zu nachhaltiger Energiegewinnung!", fordert die Kandidatin für das Europaparlament. Deparnay-Grunenberg dringt darauf, dass auf europäischer Ebene ein ökonomischer Ansatz verfolgt wird, der das Gemeinwohl wieder stärker in den Vordergrund rückt. "Ein Wirtschaftssystem, das ethischen Grundsätzen folgt und den Menschen und ihrer Umwelt zugute kommt, ist kein unrealistischer Traum. Es gibt ganz konkrete, pragmatische und umsetzbare Lösungen", sagt die Kandidatin für das Europaparlament.

Brückenbauer gesucht

Gleiches gelte für die Digitalisierung. Hier gäbe es durch intelligente Systeme unglaubliches Potenzial für eine Kreislaufwirtschaft, eine besser vernetzte alternative Mobilität, mehr Komfort und große CO2-Einsparungen. Die EU könne entsprechende Rahmenbedingungen schaffen und den Ausbau solcher Systeme entsprechend ihrer Werte und Regeln (etwa im Punkto Datenschutz) vorantreiben. Damit dies gelinge, so Anna Deparnay-Grunenberg, brauche es mehr innereuropäische Zusammenarbeit – und hierfür brauche es eine Menge Brückenbauer.