Bei den erneuerbaren Energien steht die Gemeinde Öhningen außergewöhnlich gut dar. Nirgendwo im gesamten Landkreis sind im vergangenen Jahr mehr neu hinzugebaute Leistungen auf Dächern in Watt pro Einwohner entstanden. Bürgermeister Andreas Schmid erklärt: „Berücksichtigt man, dass ein durchschnittlicher Haushalt mit vier Personen rund 4000 Kilowattstunden Strom im Jahr verbraucht, können jetzt rund 230 Musterhaushalte, also ein Viertel unserer Einwohner, mit dem zusätzlich erzeugten Solarstrom versorgt werden.“

Auch wenn die Gemeindeverwaltung nur indirekt an diesem Ausbau beteiligt war, ist Schmid stolz auf diese Auszeichnung durch die Photovoltaik-Liga Baden-Württemberg, die allen Öhningern gehört. „Die Stele bekommt einen besonderen Platz in meinem Büro“, sagt der Bürgermeister.

Man kann sich darüber streiten, ob Photovoltaik-Anlagen eine geeignete Maßnahme sind, dem Klimawandel zu begegnen. Kristian Peter, Geschäftsführer von Solarlago, erläutert bei der Preisübergabe: „Über 90 Prozent der Solarmodule weltweit werden heute aus kristallinem Silizium hergestellt. Die Energie, die zur Herstellung eines Silizium-Solarmoduls benötigt wird, ist nach zwei bis drei Jahren wieder ausgeglichen.“ Dagegen liefere ein Solarmodul dann aber mindestens 25 Jahre lang zuverlässig Strom. Neuere Module, die auch auf der Rückseite mit einer Deckschicht aus Glas versehen sind, halten nach Peters Worten sogar bis zu 40 Jahre.

Landrat Zeno Danner sagt zu den privaten Initiativen in Öhningen: „Die Sonne ist eine wichtige Energiequelle, die wir nutzen wollen. Das haben wir erkannt und arbeiten gemeinsam mit den Gemeinden an der Realisierung von Photovoltaikanlagen im Landkreis Konstanz.“ Diese regionalen Lösungen scheinen der richtige Weg zu sein. Der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt sagt in einem Interview auf SWR1, dass der Ausbau der Stromtrassen von den Off-Shore-Windparks an der Nordseeküste aufgrund verfahrensrechtlicher Probleme noch viele Jahre oder sogar Jahrzehnte dauern könnte.

Weitere Anlagen sind geplant

Jetzt und hier vor Ort handeln ist die Idee im Öhninger Rathaus. „Wir hoffen, dass wir auch im Jahr 2020 bei der Kreismeisterschaft vorne mitspielen können“, sagt Andreas Schmid. Auf gemeindeeignen Dachflächen sollen im kommenden Jahr weitere Photovoltaikanlagen installiert werden, die rund 100.000 Kilowattstunden Solarstrom erzeugen. Weitere Anlagen sind geplant.

Zusammen mit den beträchtlichen Investitionen in die klimafreundliche Nahwäremversorgung geschehe in Öhningen also einiges, um den CO2 Ausstoß der Gemeinde in den Griff zu bekommen. Schmid sagt: „Gepaart mit weiteren Maßnahmen zur Energieeinsparung, beispielsweise die energetische Sanierung unserer Gebäude und die nahezu komplette Umrüstung unsere Straßenbeleuchtung auf LED und Energiesparlampen, sind wir auf einem guten Weg zu einer noch klimafreundlicheren Gemeinde.“ Ausruhen wolle man sich aber auf diesen Lorbeeren nicht. Das Thema „Klimawandel und was Öhningen als Gemeinde dagegen tun kann“, steht auch im nächsten Jahr ganz oben auf der Agenda.

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