Mit einer Feierstunde wurde am Dienstag Roland Mundhaas, der bisherige Geschäftsführer des Gemeindeverwaltungsverbandes Höri (GVV Höri), in den Ruhestand verabschiedet. Sein Nachfolger ist Sven Leibing, der bisher im GVV unter anderem für das Personalwesen verantwortlich war.

Im Namen der drei Höri-Bürgermeister würdigte Peter Kessler aus Moos die Verdienste von Roland Mundhaas. An viele Dinge, so Kessler, sei Mundhaas sehr kaufmännisch und betriebswirtschaftlich herangegangen. "Dies kam allen Gemeinden zugute." Mundhaas habe auch nie davor zurückgeschreckt, im Hinblick auf Folgekosten neuer Projekte warnend den Finger zu heben.

Ein loyaler Mahner

"Das ist ja auch die Aufgabe eines Kämmerers", sagte Roland Mundhaas. Wirtschaftlich gute Zeiten könnten sich jederzeit ändern. Unter Berücksichtigung einer kaufmännischen Vorsicht gelte es, rechtzeitig vorzusorgen. "Dies ist für die dauerhafte Leistungsfähigkeit einer Gemeinde von entscheidender Bedeutung."

Ganz einfach war dies in den letzten Jahren aber nicht. "Ich habe es als spannend und herausfordernd empfunden. Für drei unterschiedliche Gemeinden als Kämmerer Verantwortung zu übernehmen, trotz aller Unterschiede möglichst gleichartig vorzugehen und dabei verschiedenen Sichtweisen der Gemeinderäte und Bedürfnissen der Bürger nachzukommen, war immer mein Ziel", sagte er.

Verdienste bei den Planungen des Etats

"Selbst wenn Roland Mundhaas mahnend auf Folgekosten hinwies, so hat er aber auch immer mit großer Loyalität alle Projekte begleitet und sie nach außen hin vertreten", lobte Gaienhofens Bürgermeister Uwe Eisch. Das habe er, Eisch, stets an Mundhaas geschätzt.

Das unterstrich auch Andreas Schmid und ergänzte: "Das analytische Denken von Mundhaas war immer eine große Hilfe. Insbesondere zeigte sich das bei den vorberatenden Gesprächen, wenn es um die Erstellung von Haushaltsplänen ging." Der Kämmerer habe es immer verstanden, ein reines Zahlenwerk mit Leben zu erfüllen, so Schmid.

Angehender Ruheständler plädiert für mehr Generationengerechtigkeit

Als Beispiel für eine knifflige Veränderung nannte Mundhaas die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes, die Abwassergebühren zu splitten. "Für eine kleine Verwaltung war die Umsetzung dieser richterlichen Vorgabe schon eine Herausforderung. Im Vordergrund stand dabei weniger das rein Rechnerische, es war vielmehr das organisatorische Umsetzen mit den Bürgern."

Auch aktuell gebe es viele Veränderungen. Das neue kommunale Haushaltsrecht umzusetzen sei eine große Aufgabe. Mundhaas versteht das aber nicht nur als reine Verwaltungsaufgabe. "Mit dem neuen Haushaltsrecht sorgen wir für eine größere intergenerative Gerechtigkeit", meinte er. Es gehe um nachhaltige Investitionen und Haushaltsführung zugunsten kommender Generationen und Steuerzahler. "Das geht nicht ohne ein Team. Der Geschäftsführer des Gemeindeverwaltungsverbandes ist da nur einer von vielen."

Was er seinem Nachfolger Sven Leibing rate? "Raten kann man da nicht viel. Kämmerer zu sein ist nicht immer einfach. Wer sich um die Finanzen kümmert, muss für seine Position einstehen und auch einstecken. Dafür braucht es ein dickes Fell." Er sei sich aber sicher, dass sein Nachfolger seinen eigenen Weg finden und gehen wird.