Das frühherbstliche Wetter hatte großen Einfluss auf das Öhninger Dorffest. Bernd Sutter von der Band Late Passion begrüßte das Publikum vor der Hauptbühne am Rathaus daher mit den Worten: "Es ist zumindest trocken und es regnet nicht. Vor zehn Tagen hätte man mich aufgrund dieser Begrüßung wahrscheinlich ausgelacht."

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Damit hatte er die Situation genau umschrieben. In diesem Jahr erreichte das Dorffest nicht die hohen Besucherzahlen der letzten Jahre. Der Stimmung tat dies aber keinen Abbruch. Angelika Maßler-Honsel, verantwortliche Organisatorin bei der Gemeinschaft Öhninger Vereine (GÖV) meinte, sie könne darin sogar einen Vorteil sehen. "Das Dorffest führt uns in diesem Jahr wieder zurück zu den Ursprüngen. Von den Öhningern für die Öhninger. Alles handgemacht mit Produkten hier aus der Region." Das ist wohl das Besondere an diesem Dorffest und macht den Charme der Veranstaltung aus, die sonst über 3000 Besucher anzieht. Nun konnte man durch die Gassen flanieren und in Ruhe den musikalischen Darbietungen der Musikgruppen zuhören, ohne durch eine Menschenmasse gleich weitergetrieben zu werden.

Vor dem Stand des  Ski-Clubs ist der Andrang immer groß. Der Spießbraten ist ein Muss auf dem Öhninger Dorffest. Bild: Michael Jahnke
Vor dem Stand des Ski-Clubs ist der Andrang immer groß. Der Spießbraten ist ein Muss auf dem Öhninger Dorffest. Bild: Michael Jahnke

Beschaulich war das Dorffest in diesem Jahr, aber nicht minder erfolgreich. Walter Ernst vom Ski-Club Öhningen schilderte: "Wir verkaufen die gleiche Anzahl an Spießbraten wie in den letzten Jahren auch. Selbst die zweite Partie, die erst in 45 Minuten fertig sein wird, ist so gut wie komplett verkauft." Der Spießbraten beim Ski-Club ist jedes Jahr ein Publikumsmagnet. Dafür betreibt der Verein auch einen großen Aufwand. "Ich brauche 40 Vereinsmitglieder, um unseren Stand hier auf dem Dorffest überhaupt betreiben zu können", erläutert der Vorsitzende. Allein für die Beilage, Kartoffelsalat, mussten die freiwilligen Helfer 100 Kilogramm Kartoffeln schälen. "Das muss auch Spaß machen, sonst wird das nichts", betont Ernst. Spaß hatten die Standbetreiber auf jeden Fall.

Christine Schäfer verkauft Schupfnudeln für einen guten Zweck. Die kleinere Besucherzahl beim Öhninger Dorffest stört sie nicht: "So kann man mit den Besuchern besser ins Gespräch kommen." Bild: Michael Jahnke
Christine Schäfer verkauft Schupfnudeln für einen guten Zweck. Die kleinere Besucherzahl beim Öhninger Dorffest stört sie nicht: "So kann man mit den Besuchern besser ins Gespräch kommen." Bild: Michael Jahnke

Christine Schäfer und Eva Straub von der katholischen Frauengemeinschaft verkauften selbstgemachte Schupfnudeln. Die Einnahmen sollen als Spende an den Jakobushof im Radolfzeller Ortsteil Böhringen gehen. "Wenn der Andrang nicht ganz so groß ist wie in den Vorjahren, kann man sich viel besser mit den Besuchern unterhalten, man kommt einfach in ein Gespräch." Der Radolfzeller Landtagsabgeordnete Jürgen Keck (FDP) wollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen. "Den Stand muss ich unbedingt besuchen", sagte Keck.

 

So sieht Begeisterung aus. Beim Musikverein Öhningen lauschen die Besucher der Musik und klatschen mit. Bild: Michael Jahnke
So sieht Begeisterung aus. Beim Musikverein Öhningen lauschen die Besucher der Musik und klatschen mit. Bild: Michael Jahnke

Auch an anderen Ständen wollte man die Gelegenheit nutzen, mit den Besuchern in Kontakt zu kommen. Thomas Heim, Präventionsbeauftragter bei der Bundespolizeiinspektion in Konstanz erläuterte: "Wir wollen hier zum einen mit den Bürgern ins Gespräch kommen um Präventionsarbeit zu leisten. Aufklärung im Vorfeld ist für uns ganz wichtig. Es gibt aber auch viele Stellen bei der Bundespolizei zu besetzen, allein im nächsten Jahr werden 7000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen." Er finde es gut, mit dem einen oder anderen Bewerber in Kontakt treten zu können. So war auf diesem Dorffest letztlich für jeden etwas dabei. Die Kombination zwischen Essen und Trinken, Musik an jeder Ecke und einem Treffpunkt für die gesamte Nachbarschaft scheint auch in diesem Jahr erfolgreich gewesen zu sein.