Die Konzerte des Trompeters Bernhard Kratzer und des Organisten Paul Theis sind seit vielen Jahren fester Bestandteil im Kulturkalender von Schienen. Jedes Jahr ist die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Genesius im höchstgelegenen Ort auf der Höri ein Treffpunkt von Liebhabern barocker Musik. Der Ruf des meisterlichen Trompeten- und Orgelduos eilt den beiden weit über die Region hinaus voraus.

Schon der Auftakt dieses Konzertes ließ aufhorchen: die Sonate Nr. 1 in F-Dur von Pietro Baldassare. Zwar sei laut diverser Musiklexika von Baldassares Kompositionen so gut wie nichts erhalten, doch dieses Instrumentalstück mit seinen drei Sätzen bot Kratzer – insbesondere im mittleren Satz – die langsame musikalische Bewegung mit Ausschmückungen und Verzierungen zu einem Erlebnis werden zu lassen. Johann Sebastian Bachs Präludium und Fuge in D-Dur gehören wohl zu seinen anspruchsvollsten Werken. Dieses Werk erfordert eine zuvor in der Barockzeit nie dagewesene Virtuosität von den Interpreten. Paul Theis meisterte diese Aufgabe auf höchstem Niveau. Die Konzertbesucher folgten fast gedankenversunken und mit geschlossenen Augen seinem Orgelspiel.

Bach-Kantate geht zu Herzen

Dass man eine Kantate auch völlig ohne Gesangsstimmen interpretieren kann, zeigte das Duo mit dem Choral "Wohl mir, dass ich Jesum habe" aus der Kantate "Herz und Mund und Tat und Leben", der zu Bachs berühmtesten Chorälen zählt. Weil auch im Original die Orgel den Sopranpart mitspielt, lag es für Kratzer und Theis nahe, dieses Werk für Orgel und Trompete zu arrangieren und die Besucher, wenn auch ganz still, förmlich mitzureißen.

Dieses Konzert hatte aber auch eine sehr humorvolle Seite. Diese kosteten die beiden voll aus, als es um die Werke von Theophil Zamrot ging. Paul Theis kommentierte augenzwinkernd: "Die Werke Zamrots sind stark von der Salzburger Musikschule geprägt." Das opus posthum und die Variationen Amadé ließen schon erahnen, jetzt sollte ein witziges Versatzstück der Werke von W.A. Mozart folgen. Zamrot ist dabei ein Anagramm von Mozart. Insgesamt ein Konzert, dass die Besucher mit wahren Begeisterungsstürmen qutierten.