Auch wenn man von außen zur Zeit noch nicht viel sehen kann: Beim Augustiner Chorherrenstift soll es nun bald mächtig vorangehen. "Seit 22. Mai liegt uns die Baugenehmigung vor", verkündete Bürgermeister Andreas Schmid auf der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Zuvor war bereits vom Landesdenkmalamt die archäologische Grabungsgenehmigung erteilt worden, und diese Untersuchungen laufen bereits. Schmid erläuterte weiter: "Die Baugrunduntersuchungen wurden auch bereits abgeschlossen. Aufgrund des Gutachtens konnten Statiker und Prüfstatiker nun ihre Angebote abgeben." Das Chorherrenstift wird aufwendig saniert, zudem soll es künftig einen Gastronomiebetrieb mit Fremdenzimmern geben.

Jetzt muss es schnell vorangehen

Jetzt muss es zügig vorangehen, viel Zeit kann man nicht mehr verstreichen lassen, schließlich sind die Fördergelder, ohne die dieses Projekt nicht umsetzbar wäre, bis 2020 befristet. Das Verfahren zur öffentlichen Ausschreibung der Bauleistungen wurde bereits im Staatsanzeiger veröffentlicht. Angebote können nun bis zum 2. Juli abgegeben werden. "Damit ist von unserer Seite aus gewährleistet, dass die ersten Bauaufträge noch in der letzten Ratssitzung vor den Sommerferien vergeben werden können", so Schmid.

Am 3. September sollen die Bauarbeiter loslegen

Um den Zeitplan bis 2020 einhalten zu können, ist die Vergabe der Bauaufträge vor den Ferien auch dringend erforderlich. So wäre gewährleistet, dass unmittelbar nach der Sommerpause mit den Arbeiten begonnen werden kann. "Wir hoffen, dass die Arbeiten am 3. September starten können", erklärte Schmid in seinem Sachstandsbericht. Bis dahin müsste dann auch die Freigabe durch die Archäologische Denkmalpflege vorliegen.

Vorhaben könnte vier bis fünf Monate dauern

Nach aktuellem Stand wird für die gesamte Baumaßnahme mit 53 Wochen gerechnet. Es könnte also knapp werden, denn noch ist nicht sicher, welche Funde in den Kellergewölben auf ihre Entdeckung warten. Franz Meckes, der als pensionierter Landeskonservator dieses Vorhaben der Gemeinde Öhningen schon seit Jahren begleitet, schilderte dem Gemeinderat: "Der Teil des Kellergewölbes, in dem jetzt die Grabungen stattfinden, ist der Teil mit den größeren Unwägbarkeiten. Der zweite Teil, unter dem Bernhardssaal, ist bereits durch Geo-Radar weitestgehend untersucht worden. Größere Überraschungen sind nach jetzigem Kenntnisstand nicht zu erwarten."

Schmid ist auf Überraschungen gefasst

Damit könnte der Zeitplan eingehalten werden. Horst Bilger (Freie Bürgerliste) bezeichnete im Vorweg der Sitzung diesen Zeitplan als sehr ambitioniert: "Da darf jetzt nicht mehr viel dazwischenkommen." Ähnlich sah es auch Alexander Dietrich (Offenes Bürgerforum): "Wenn sich das Vorhaben aufgrund archäologischer Arbeiten und Untersuchungen verzögert, muss die Verwaltung mit den Geldgebern verhandeln. Da sehe ich aber gute Chancen." Landeswirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut hatte auf eine Anfrage des Landtagsabgeordneten Jürgen Keck (FDP) bereits signalisiert, dass man bei "begründetem Bedarf" den Zeitplan eventuell verlängern könnte.

Schmid glaubt nicht, dass das nötig wird: "Die Archäologen haben jetzt genügend Möglichkeiten, ihre Arbeit zu verrichten." Auch Überraschungen würden den Bau-Zeitplan nicht durcheianderbringen, meint er.