Über den Sommer hinweg gab es in Öhningen nur einige wenige Infektionen mit dem Coronavirus. Ende November nun auf einen Schlag 16 Infektionen bekannt geworden, so Bürgermeister Andreas Schmid bei der jüngsten Sitzung des Öhninger Gemeinderats. Demnach befanden sich zum Zeitpunkt der Zusammenkunft 29 Bürger in Quarantäne. Die Inzidenz der Gemeinde lag bei 432.

Bürger nun vorsichtiger?

Bürgermeister Schmid sagte, zu den Infektionen sei es offenbar bei Geburtstagsfeiern und Festen gekommen, die der Delta-Variante des Coronavirus die Möglichkeit zur Ausbreitung gegeben hätten.

Inzwischen seien die Öhninger vorsichtiger geworden, so der Eindruck des Bürgermeisters. „Und ich hoffe, dass es bei uns so bleibt und die Infektionsrate sinkt“, erläuterte Andreas Schmid auch in Anbetracht künftiger Haushaltsdebatten. Die Räte der Teilortschaften sagten bereits ihre Weihnachtsfeiern ab und würden ihre Kontakte einschränken, so Schmid.

Gemeinde setzt auf Impfungen

„Wir hoffen dass wir boostern können, und dass die Ärzte die Impfstoffe auch geliefert bekommen“, erläuterte Schmid den Räten und anwesenden Gästen: Es seien rund 13 Millionen Impfdosen vom Bund an die Länder ausgeliefert worden. Und er hoffe, dass es auch auf dem Land mit Impfungen weitergehen könne.

Der Bürgermeister kündigte an, dass er sich auf der Krisensitzung im Landratsamt um mobile Impfteams für die drei Höri-Gemeinden bemühen wolle. Doch die große Hoffnung würde bei den Ärzten Vorort liegen: „Dass sie die Impfstoffe erhalten und sie verimpfen können“, so Schmid. Beim Thema Corona-Teststationen baut Bürgermeister Andreas Schmid auf private Initiativen.

Kritik an der Verteilung

Gemeinderat Michael Otto, der eine Praxis für Allgemeinmedizin betreibt, berichtete darüber, dass letztens 50 Menschen in Öhningen für eine Erstimpfung erreicht und darüber hinaus das Kontingent für Booster-Impfungen verbraucht werden konnte.

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Obwohl seine Praxis ein breites Angebot biete, seien die Impfzahlen durch die mangelhafte Verteilung der Impfstoffe empfindlich eingebrochen. Otto sagte, er erlebe eine Diskrepanz zwischen den Versprechen der Politik und der Realität. Er hoffe, dass sich die Situation in der nächsten Woche verbessern würde.