Der Musikverein Schienen ist nicht nur auf der Höri eine feste Größe. Auch in New York finden die Leistungen des Musikvereins Beachtung und Zuspruch. Bereits zum zweiten Mal hat der Verein eine Einladung in die USA bekommen, um an der Steubenparade teilzunehmen.

"Vor elf Jahren sind wir bei Weitem nicht mit so vielen aktiven Musikern dort gewesen wie in diesem Jahr", schildert Christoph Vestner, Ehrenvorsitzender des umtriebigen Musikvereins. Dass schon im Vorfeld Freude und Anspannung bei allen Teilnehmern herrscht, ist nachvollziehbar. Das trifft auch auf Mara Vestner zu. Sie ist mit 13 Jahren die jüngste teilnehmende Musikerin des MV Schienen. Seit sechs Jahren spielt die Tochter von Christoph Vestner Klarinette. Musik scheint also nicht nur in der Luft, sondern auch in der Familie zu liegen. Mara Vestner schildert: "Irgendwie hat mich die Klarinette schon immer fasziniert. Ich wollte nur Klarinette spielen." Ein anderes Instrument, so scheint es, wäre für sie gar nicht in Frage gekommen. Woher aber die Bindung zu diesem Holzblasinstrument kommt, kann sie selber nicht erklären.

Es ist noch viel zu üben

Nun geht es also über den Atlantik, direkt in die Stadt, die man auch Big Apple nennt. "Ich war noch niemals in New York", sagt sie lachend in Anspielung an den großen Hit von Udo Jürgens. Vermutlich ging sie auch noch nie durch San Franzisco mit zerschlissenen Jeans. "Das wird ein ganz einmaliges Erlebnis werden", ist Mara Vestner sich ganz sicher. Mit einem so großen musikalischen Aufgebot die Fifth Avenue – eine der bekanntesten Straßen der Welt – entlang zu marschieren, umrahmt von zigtausenden von Zuschauern, sei für sie zurzeit noch nicht genau vorstellbar. "Ich muss mich, genau wie alle anderen Musiker hier im Verein, richtig vorbereiten. Da sind noch viele Übungsstunden fällig", ist sich Mara Vestner bewusst.

Nun dauert es nicht mehr lange. Am dritten Samstag im September ist es soweit. Die Vorbereitungen laufen schon und dann geht es in rund zwei Wochen über den großen Teich. "Fotos, ganz viele Fotos werde ich machen." Die ganzen Eindrücke müssen auch verarbeitet und anschließend aufgearbeitet werden. Neben der Musik gibt es auch ein Besichtigungsprogramm. Mara Vestner hat da schon ihre Ziele festgelegt: "Das Empire-State-Building, das muss etwas Tolles sein, da möchte ich unheimlich gerne hin."

Eine Stadt, 275 mal so groß wie Radolfzell

Auch der Times Square steht ganz oben bei ihr auf der Liste, es ist schließlich der Mittelpunkt des als Broadway bezeichneten Theaterviertels von Manhatten. Davon will sie ihren Mitschülern nach ihrer Rückkehr auch berichten und Fotos zeigen können. "Meine Klassenkameraden und Lehrer finden es toll, dass ich diese Gelegenheit bekomme." Aber Zeit für einen Einkaufsbummel sollte vielleicht auch noch möglich sein. Allein die Stadt New York ist mit ihren 8,5 Millionen Einwohnern etwa 275 mal so groß wie Radolfzell. Das allein ist für Mara Vestner schon kaum vorstellbar. Dann sollte doch auch das eine oder andere ausgefallene Schnäppchen zu finden geben, ist sie sich sicher.

Mutter Bettina kann die Vorfreude auf diese Reise gut nachvollziehen. "Vor elf Jahren waren die Kinder noch zu klein. Jetzt habe ich aber auch selber die Möglichkeit und kann mit in diese Metropole. Der Reise fiebere ich genauso entgegen wie alle anderen." Verständlich: Wenn das eigene Kind an der Parade teilnimmt und mit vielen anderen Musikgruppen aus Deutschland und den Vereinigten Staaten diesen Boulevard entlang marschiert, ist das eine aufregende Sache. Unterstützt wird der MV Schienen auch durch Musiker aus den Vereinen Öhningen und Wangen. So ist die gesamte Gemeinde Öhningen in diesem Jahr in Amerika musikalisch vertreten.