Das Gesundheitsamt warnt davor, Leitungswasser im Bereich Mühlingen und Zoznegg zu verzehren. Denn darin wurden bei einer Routineprobe zu viele mikrobiologische Bakterien festgestellt, wie Silja Laub von den Stadtwerken Stockach auf Nachfrage erklärt. Deshalb erschien am Donnerstagmittag eine Warnung über die Warnapp Nina, die ähnlich wie zuletzt in Böhringen ein Abkochgebot verkündet.

Das gilt für den Kernort Mühlingen, Mühlweiler, Berenberg und die Bahnhofstraße vom Berenberg bis Bahnhofsstraße 16 – und bis auf Weiteres. Denn erstmal muss die Ursache für die Verunreinigung abgeklärt werden. Dafür würden Nachproben entnommen. Das Ergebnis liegt laut Laub voraussichtlich am Wochenende vor.

Erst erhitzen, dann abkühlen lassen

Das Abkochgebot bedeutet, dass Trinkwasser in Mühlingen und in der Bahnhofstraße Zoznegg nur abgekocht verzehrt werden darf. Die Stadtwerke Stockach bitten darum, den Anweisungen des Gesundheitsamtes zu folgen: Wasser einmalig aufkochen und dann langsam über mindestens zehn Minuten abkühlen lassen, dafür sei ein Wasserkocher praktisch. Das gelte für die Zubereitung von Nahrung, zum Zähneputzen und zum Reinigen offener Wunden.

Beim Duschen, Wäschewaschen oder etwa in der Spülmaschine sei das Wasser uneingeschränkt nutzbar, allerdings im Fall der Spülmaschine am besten im Programm mit höchster Stufe.

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Warum ausgerechnet die Bahnhofstraße in Zoznegg betroffen ist, erklärt Silja Laub auf Nachfrage auch: „Das hat mit den verschiedenen Wasserszonen zu tun. Die Bahnhofstraße in Zoznegg liegt in einer Wasserzone, in der das Wasser aus Mühlingen kommt und ist daher ebenfalls betroffen.“

Bürgermeister ist alarmiert, aber gelassen

Mühlingens Bürgermeister Thorsten Scigliano wurde nach eigenen Angaben am Donnerstagmorgen informiert – und reagiert ziemlich gelassen. Das Abkochgebot sei eine übliche Sicherheitsmaßnahme, denn Fäkalkeime können unter anderem Durchfall auslösen und dadurch gefährlich werden. Doch das Szenario kenne man schon: Vor eineinhalb Jahren habe eine Probe schon einmal eine Verunreinigung angezeigt, welche bei der Nachuntersuchung dann aber nicht bestätigt worden sei. „Wenn die zweite Probe jetzt wieder negativ ausfällt, ist alles gut“, sagt Scigliano.

Was der Klimawandel mit Keimen im Trinkwasser zu tun hat, erklärt dieser Text.