Die Planung für den neuen Kindergarten in Mühlingen hat eine weitere Hürde genommen: Zwei von vier Architektur-Büros haben ihre Entwürfe in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgestellt. Bei vielen Themen sei es gut, sich beraten zu lassen, ist die Haltung von Bürgermeister Thorsten Scigliano, der für einen Neubau zuerst die generelle Haltung des Rates zu diversen Betreuungsformen abgefragt und somit die gemeinsame Marschrichtung festgelegt hatte. Nachdem der Rat sich für einen Neubau entschieden hatte, ging es neben einem möglichen Standort auch darum, an unterschiedliche Bauideen zu kommen.

Andreas Ernst, Inhaber des Architekturbüros Eco-Architektur aus Wahlwies eröffnete den Reigen der Präsentationen. Mit dem Thema Kindergartenneubau habe er bereits mehrfach Berührung gehabt, so Ernst, welcher durch nüchterne und warme Objekte mit viel Offenheit und dem Baustoff Holz ins Rennen ging. „Ich plane sehr gerne mit Holz. Gerade in Fluren, in denen Kinder auch durchaus einmal geballt für Geräusche sorgen, kann man mit den entsprechenden Decken sehr angenehme Effekte erzielen“, sagte Ernst.

Der Kindergartenneubau in Hilzingen sei das jüngste Bauprojekt aus seinem Hause. Ernst hatte bereits zwei verschiedene Planungsansätze auf die angedachte Fläche für den Rat projiziert. Er wies darauf hin, dass man durchaus mit sparsamem Verbrauch der verfügbaren Flächen noch weitere Ideen verfolgen könnte. Schließlich müsse einem Kindergarten nicht zwingend einstöckig eine riesige Fläche zum Opfer fallen.

Anbindung an Krippe könnte Synergien erzeugen

Auch Architekt Alexander Stemmer aus Orsingen kam zur Präsentation der Entwürfe seines Büros nach Mühlingen und hatte seine leitende Architektin dabei. Er zeigte mehrere regionale Referenzobjekte, die hauptsächlich aus den umliegenden Gemeinden Orsingen-Nenzingen und Eigeltingen stammten. Er zeigte deutlich auf, dass er es auch für möglich halte, mit einer Anbindung des Neubaus Synergieeffekte mit dem nebenliegenden Krippengebäude zu nutzen. „Als alter Fußballer tue ich mich schon schwer, wenn ich sehe, dass hier ein Bolzplatz verloren geht, und hoffe für die Kinder, dass er andernorts wieder entstehen kann“, sagte er.

Nicht nur die angedachte Fläche brachten beide Architekten ins Spiel. Bei ihren voneinander unabhängigen Ortsbegehungen hatten sie sich ein Bild von der gesamten Situation der Betreuungseinrichtungen gemacht. „Wir haben hier einen Platz, an dem eigentlich so schon für meinen Geschmack zu viel los ist“, so Stemmer über den Bereich der Buswendestelle an der Grundschule. Hier ist der zentrale Anlieferungsort für Grundschüler und Krippenkinder mit Bus und Auto. Es befindet sich also nicht nur der Elternparkplatz hier, sondern auch die Bushaltestelle.

Planer wollen Bring- und Holverkehr entzerren

Gleichzeitig verbringen hier die Kinder ihre Pausen im Freien, direkt im Anschluss ist der kleine Spielplatz. „Hier nochmals für eine weitere Einrichtung den Parkplatz zu sehen, wäre sicherlich keinesfalls ideal“, so Stemmer, der denselben Ansatz wie Ernst verfolgte. Beide zielten auf den nahen Hallenplatz ab, der gut erreichbar zwischen dem anvisierten Grundstück und der Schlossbühlhalle liegt und in den Betriebszeiten der Betreuungseinrichtung ungenutzt zur Verfügung stünde.

Beim Thema Kosten klinkte sich Gemeinderat Christoph Auer ein. Für ihn schien es wichtig, bereits in der Vorstellung der Büros die Baukosten zu beleuchten. Jedoch zeigten die Hinweise der Planer deutlich, dass eine fiktive Berechnung über den reinen umbauten Raum nicht zur Antwort führe. Diese ergebe sich aus den Rahmenbedingungen der entsprechenden Stellen. Beispielsweise lege der Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) stringente Zahlen für Kinderzahlen und Betreuungsschlüssel fest, ebenso die Raumbedarfsplanungen nach den jeweiligen Angeboten der Einrichtung. Auf dieser Grundlage müsse die Entscheidung getroffen werden.