Die neue Image-Kampagne des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) mit dem Namen „Wir versorgen unser Land“ fällt in eine herausfordernde Zeit. Minister Peter Hauk und die beiden Landtagsabgeordneten Dorothea Wehinger (Grüne) und Klaus Burger (CDU) waren zu Gast in Mühlingen auf dem Altschorenhof. Die Entwicklungen im vergangenen Jahr, in dem sich die Landwirte zusammenschlossen haben, hätten gezeigt, wie wichtig es sei, die Menschen, die das Land mit ihrer Arbeit prägen und die daraus resultierenden Lebensmittel zu präsentieren. Mit großen Bannern und kurzen Filmen über die Menschen, welche Tag für Tag für die heimischen Lebensmittel ackern, wolle man die Verbraucher hinter die Kulissen blicken lassen, so Hauk.

Burger dankte den Landwirten, die sich stellvertretend für die jeweilige Sparte öffentlich für selbige einsetzten. Er fasste zusammen, wie das Leben in der Landwirtschaft funktioniert: „Die Landwirte arbeiten in dem Berufsfeld, an dem kein Tag so ist, wie ein anderer je war.“ Er ergänzte mit respektvoller Bewunderung für den anwesenden Betriebsleiter Andreas Deyer, mit welcher Pfiffigkeit die Bauern oft aus ihrem Erfahrungsschatz Probleme angehen. Um die Anstrengungen und die Zusammenhänge zwischen den erzeugten Lebensmitteln und den Produzenten zu zeigen, bedürfe es mittlerweile solcher Kampagnen.

Nicht nur in Mühlingen, sondern auch im gesamten Erfassungsgebiet des Bergpracht Milchwerkes mit Sitz in Siggenweiler bei Tettnang pflegen und prägen die Landwirte die einzigartige Kulturlandschaft. Andreas Deyer (links) beliefert das Bergpracht Milchwerk seit vielen Jahren mit genfreier Milch. Peter Hauk (Miite) und Klaus Burger betonten die Wichtigkeit des Milchviehs in der Region. Er kenne niemanden sonst, der das Gras fresse – auch der Wolf fresse es nicht, so Hauk.
Nicht nur in Mühlingen, sondern auch im gesamten Erfassungsgebiet des Bergpracht Milchwerkes mit Sitz in Siggenweiler bei Tettnang pflegen und prägen die Landwirte die einzigartige Kulturlandschaft. Andreas Deyer (links) beliefert das Bergpracht Milchwerk seit vielen Jahren mit genfreier Milch. Peter Hauk (Miite) und Klaus Burger betonten die Wichtigkeit des Milchviehs in der Region. Er kenne niemanden sonst, der das Gras fresse – auch der Wolf fresse es nicht, so Hauk. | Bild: Doris Eichkorn

Die Landwirte, welche früher selbstverständlich in den Dörfern zuhauf vertreten waren und die Kulturlandschaft über Jahrhunderte geschaffen, geprägt und erhalten haben, wurden immer weniger. Die geringer werdende Anzahl der aktiven Betriebsleiter wurde oftmals an den Rand gedrängt, so die Erklärung des Ministers zum Wandel in der Landwirtschaft.

Auch Andreas Deyer blickte auf die Entwicklung des eigenen Hofes zurück. Er selbst bewirtschaftet diesen in der fünften Generation. Die Großeltern hielten neben den rund 40 Milchkühen auch Schweine und Hühner. Sie bauten neben dem Getreide auch Kartoffeln oder Obst an. Dies habe sich verändert. Neben zahlreichen Um-, An- oder Neubauten auf dem Hof habe sich auch die Zahl der Tiere vervielfacht. Aktuell werden 140 Milchkühe in zwei Ställen mit jeweils einem automatischen Melksystem gehalten. Allein von den Einnahmen des Milchviehs zu leben, zwei Familien zu ernähren und dabei auch weiterhin in den Betrieb zu investieren, erforderte den Mut, neue und innovative Wege zu gehen, so Deyer.

„Schön, so authentische Menschen wie Sie für diese Kampagne gefunden zu haben“ – so lobte der Minister Peter Hauk (rechts) bei der Präsentation der neuen Kampagne „Wir versorgen unser Land“ den Betriebsleiter des Mühlinger Altschorenhofs, Andreas Deyer.
„Schön, so authentische Menschen wie Sie für diese Kampagne gefunden zu haben“ – so lobte der Minister Peter Hauk (rechts) bei der Präsentation der neuen Kampagne „Wir versorgen unser Land“ den Betriebsleiter des Mühlinger Altschorenhofs, Andreas Deyer. | Bild: Doris Eichkorn

Vor 20 Jahren stieg der Hof in die Produktion von Speiseeis ein. Mittlerweile kennen die Menschen weit über die Landkreisgrenze hinaus die mehr als 80 Sorten. Man verzichte gänzlich auf den Einsatz von künstlichen Emulgatoren oder Stabilisatoren und verarbeite nur natürliche Produkte, so Deyer.

In den vergangenen Wochen habe auch im Bereich der Speiseeiszubereitung auf dem Hof die Corona-Krise die Planungen verändert. Die von Burger angesprochene Kreativität half, die Herausforderungen zu bewältigen. So kam es etwa zu enormen Lieferengpässen für die kompostierbaren und umweltfreundlichen Becher. Nur durch intensive Suche, Änderungen an der Auszeichnung und der Eigeninitiative zur Beschaffung anderer Becher konnte weiter produziert werden.

Die Auswahl war groß, und die Freude über die leckere Verkostung im Hofei groß. Von links: Peter Hauk, Klaus Burger und Betriebsleiter Andreas Deyer, welcher die unterschiedlichen Sorten vorstellte.
Die Auswahl war groß, und die Freude über die leckere Verkostung im Hofei groß. Von links: Peter Hauk, Klaus Burger und Betriebsleiter Andreas Deyer, welcher die unterschiedlichen Sorten vorstellte. | Bild: Bild: Doris Eichkorn

Neben den Vertretern der Politik waren auch Peter Graf als Vizepräsident des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV) und Karl-Heinz Mayer, Kreisvorsitzender des Nachbarkreises sowie Vorstand des dortigen Maschinenringes, bei dem Termin vor Ort. Auch sie waren von der Wichtigkeit dieser Kampagne überzeugt. Sie dankten der Politik für die Unterstützung, und appellierten, die Verbraucherbindung nicht dem Zufall zu überlassen, sondern diese gezielt mit Einblicken in die Realität zu stärken. Die entstandene Nähe, welche Verbraucher durch den Betrieb vor Ort gefunden haben, müsse in Zukunft bestehen bleiben.

Aufgrund der Abstandsregelungen präsentierten Peter Graf, Dorothea Wehinger (MdL), Andreas Deyer, Minister Peter Hauk, Klaus Burger (MdL) und Karl-Heinz Mayer (von links) ihre Verbundenheit mit der Landwirtschaft.
Aufgrund der Abstandsregelungen präsentierten Peter Graf, Dorothea Wehinger (MdL), Andreas Deyer, Minister Peter Hauk, Klaus Burger (MdL) und Karl-Heinz Mayer (von links) ihre Verbundenheit mit der Landwirtschaft. | Bild: Doris Eichkorn

Auch Dorothea Wehinger unterstrich dies mit dem Appell: „Kauft Produkte aus der Region und unterstützt damit die Bauern.“ Minister Peter Hauk krönte die Aussage noch damit, dass der Verbraucher damit nicht nur die Landwirtschaft erhalte, sondern auch einen Beitrag zur Feldflur leiste, welche dann dank der Pflege die Region rund um Mühlingen erhalten bleibe. Hierzu brauche es unternehmerischen Mut.