Der Gemeinderat Mühlingen hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit der erneuten Gebührenanpassung in den Tagesstätten der Gemeinde befasst. Grundlage für die Gebührenkalkulation mit geringfügigen Anpassungen war die Fortschreibung der gemeinsamen Empfehlung zur Festsetzung der Elternbeiträge für das Kindergartenjahr 2020/2021 durch den Gemeindetag und den Städtetag des Landes sowie die Vier-Kirchen-Konferenz über Kindergartenfragen.

Gemeinderäte haben Bedenken

Nach dem Lockdown und der Zeit, in welcher die Kindertageseinrichtungen im Land geschlossen blieben und die Beiträge erlassen wurden, folgte dann eine Zeit mit einem stark verringerten Zeitbudget für Eltern, die keinen Anspruch auf Notbetreuung ihrer Kinder hatten. Seit dem 29. Juni jedoch sei der Regelbetrieb unter Pandemie-Bedingungen wieder angelaufen. Es werde versucht, wieder bedarfsgerecht und qualitativ das Niveau der Zeit vor der Corona-Krise zu erreichen. Einige Mühlinger Räte scheuten eine Erhöhung der Beiträge. Sie führten die eventuell knappere finanzielle Ausstattung in den Familien durch zusätzliche Ausgaben wegen der Pandemie oder einem geringeren Einkommen an und hätten von ihrem Herzen her eher die Gebühren auf dem alten Stand belassen.

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Es wurde die Idee eingebracht, vielleicht erst in einigen Monaten die Gebühren zu erhöhen. Mühlingens Kämmerer Klaus Beck zeigte Verständnis für die Diskussionsansätze, erklärte jedoch, dass für die Abrechnung der Start des Kindergartenjahres eigentlich der richtige Zeitpunkt wäre. Die Betreuungssätze in der Gemeinde Mühlingen lägen noch immer unter den Empfehlungen der Vier-Kirchen-Runde. So habe man auch im vergangenen Jahr dem vermehrten Wunsch der Eltern nach verlängerten Öffnungszeiten bereits Rechnung getragen, ohne dem hierfür empfohlenen Preisaufschlag von 25 Prozent zu folgen.

Die Sozialstaffelung

Im Kindergartenbereich wären pro Kind monatlich ein Elternbeitrag von 600 Euro kostendeckend, so der Kämmerer. Er stellt die nach dem Württembergischen Modell erhobenen Beiträge in der Sozialstaffelung vor, bei der alle Kinder einer Familie unter 18 Jahren berücksichtigt werden. Auch die Neukalkulation des Mittagessens in der Einrichtungen wurde angepasst. Hier lägen die Kosten höher als der erbrachte Preis der Eltern. Somit subventioniere auch hier die Gemeinde den Fehlbetrag. Ein Mittagessen kostet für die Eltern künftig ab 1. September in allen Einrichtungen vier Euro. Bisher waren es 3,80 Euro. Die kostendeckende Gebühr wären 5,85 Euro. Der Gemeinderat stimmte schließlich der Anpassung der Gebühren zu.