In der jüngsten Gemeinderatssitzung beschäftigte sich der Gemeinderat mit dem Thema Energiewende in Mühlingen. Der Geschäftsführer der Energieagentur Kreis Konstanz, Gerd Burkert, stellte in seinem Vortrag die Kommune in den Mittelpunkt. Letztlich, erklärte er, komme es für den Erfolg des Klimaschutzpaktes des Landes aber auch auf Privatpersonen und Firmen an – hier sah Burkert die Gemeinde in einer Unterstützerrolle.

Die Gemeinde selbst könne sich ab sofort auf den Weg zur klimaneutralen Verwaltung machen, indem sie beispielsweise kommunale Klimaschutzkonzepte erarbeite und ihren eigenen Energieverbrauch bilanziere und optimiere. Hier könne die Kommune in ihrem Verantwortungsbereich den Energieverbrauch von Liegenschaften, der Straßenbeleuchtung oder beim eigenen Fuhrpark unter die Lupe nehmen. Auch im Bereich der Wasser Ver- und Entsorgung könne es zu Einsparungspotential kommen, so Burkert.

Für das Förderprogramm Klimaschutz-Plus BW 2021 können bereits seit Mai 2021 Anträge gestellt werden

Solch eine Bilanzierung erfordere, so Burkert, jedoch einen nicht unbeträchtlichen Einsatz an Personal, und spätestens hier zeige sich alsbald der Schlüssel der zum offensichtlich noch gut gefüllten Zuschusstopf, welcher für Kommunen mit bis zu 20.000 Einwohnern eine halbe Vollzeitstelle über einen Zeitraum von fünf Jahren mit 65 Prozent der Personalausgaben zulässt. Diese Stelle müsse die Bestandsaufnahme und Bilanzierung sowie die Entwicklung und Abstimmung eines zielgerechten Treibhausgas-Reduktionsfahrplans übernehmen.

Das Klimaschutzgesetz des Landes Baden-Württemberg, so Burkert, sehe in Paragraph 7b eine Erfassungspflicht des Energieverbrauchs im kommunalen Energiemanagement vor. Auch hier könne dank Fördermitteln eine halbe Vollzeitstelle geschaffen werden. Das alles entscheidende Förderprogramm Klimaschutz-Plus BW 2021, für welches seit Mai 2021 Anträge gestellt werden könnten, sei die Grundlage der Förderung. Die Programme seien bereits überzeichnet, erklärte Burkert. Allerdings gebe es noch Chancen, bei einer sofortigen Antragsstellung 15.000 Euro für die Schaffung einer neuen Stelle zu erhalten.

Gemeinde hat im Bereich der erneuerbaren Energien ihre Hausaufgaben längst gemacht

Dass Mühlingen mit diesem Thema nicht allein vor einem Beschluss stand, zeigt der Blick in das Umland. Einige Gremien werden sich wohl in naher Zukunft ebenso mit dem Thema beschäftigen, Stockach hat bereits seinen Beschluss gefasst und will sich auf den Weg zur Klimaneutralität machen. Auch der Mühlinger Rat tat dies ohne Umschweife. Gemeinderat Edgar Speck wies darauf hin, dass Mühlingen im Bereich der erneuerbaren Energien beispielsweise seine Hausaufgaben längst mehr als gemacht habe, und Gemeinderat Karl Mohr erklärte, dass mit der Verlegung von Gas in den Baugebieten schon einiges an Gestaltung im Bereich der Entwicklung abgeschlossen sei.