Die Gemeinde wächst: Nicht nur die Wohnhäuser haben in den vergangenen Jahren zugenommen, auch die Einwohnerzahl ist gestiegen. Detaillierter jedoch zeigt sich die Zunahme im Bereich der Kinderbetreuungseinrichtungen und der Grundschule. Hier hat sich der Wunsch des Gemeinderates, junge Familien durch den Verkauf von Grundstücken ins Dorf zu holen, verwirklicht.

Kindergärten sind zu voll

Bürgermeister Thorsten Scigliano stellte die aktuellen Zahlen aus den Einrichtungen vor. Die Kinderkrippe sei mit zwei Gruppen stabil unterwegs und könne einer weiteren Auslastung mit der Öffnung der dritten Gruppe noch gut standhalten. Ganz anders zeige sich allerdings die Lage in den Kindergärten. Hier habe er veranlasst, die Gruppen jeweils um zwei Kinder im Schnitt zu erweitern und somit etwas mehr Spielraum in den Übergangsmonaten zwischen Kindergartenzeit und dem Schulbeginn in den Sommermonaten zu erhalten.

Erweiterung der Betreuungseinrichtungen

Er wolle jedoch für die Zukunft gerüstet sein, und strebe deshalb eine größere Investition für die Mühlinger Kinderbetreuung an. Ob es hierbei um einen funktionalen Anbau an bestehende Gebäude oder gleich einen Neubau gehe, diese Entscheidung überließ er dem Rat.

Ein Waldkindergarten?

Er präsentierte die individuellen Vorschläge, die er gemeinsam mit Mühlingens Kämmerer Klaus Beck und mit dem Blick in andere Kommunen im Kreis ausgearbeitet hatte. Diese gaben eine schnelle Orientierung. „Man könnte, nach dem Vorbild Hohenfels, dem Trend Waldkindergarten folgen“, so Scigliano. Es stehe jedoch in Frage, ob sich der aktuelle Trend in der Zukunft fortsetze, so die Bedenken aus dem Rat.

Braucht es dazu eine Notunterkunft oder mehr?

Auch wäre die Frage, ob man ein Gebäude errichten müsse und so eine komplette Gruppe auslagere, oder ob man eine Notunterkunft einrichte. Die Gruppe könne ansonsten den ganzen Tag im Wald verbringen. Hierzu konnte Zozneggs Ortsvorsteher Josko Kozuha Erfahrungen aus der täglichen Arbeit seiner Ehefrau einbringen, die in einem Waldkindergarten arbeitet.

Höhere Personalkosten

Letztlich jedoch war die Skepsis zu groß, dass der Trend anhalte, die den Rat von der Idee Abstand nehmen ließ. Auch die Personalkosten sind wegen eines anderen Betreuungsschlüssels im Waldkindergarten deutlich höher.

Anbau scheint die beste Lösung zu sein

Ein Anbau an eine der Kinderbetreuungs-Einrichtungen stand ebenfalls zur Diskussion. Letztendlich gab es noch die Option eines Neubaus. Bei einem geschätzten Kostensockel von rund 600.000 Euro für einen Anbau an eine bestehende Einrichtung und den Beispielen aus anderen Kommunen, die gerade neu gebaut haben, lag es nahe, sich für die Neubaulösung zu entscheiden. Dieser könne für rund 2,8 Millionen zu realisieren sein.

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Auch die Zuschusssituation zeige sich positiv, sagte Mühlingens Bürgermeister Thorsten Scigliano in der Diskussion mit den Räten. Man könne im Schnitt damit rechnen, dass rund 50 Prozent der Kosten von Zuschüssen abgedeckt würden. Bei einem Neubau in Mühlingen würden dann zahlreiche Räume frei, die die Schule ebenfalls zur Erweiterung nutzen könnte.

Die Räte hatten schnell ihre Entscheidung getroffen. Beim Blick auf die Investition verbunden mit den entsprechenden Personalkosten und dem Zuschuss entschied man, die Verwaltung solle dem Rat Kostenschätzungen für einen Neubauvorschlag vorlegen, um weitere Planungen zügig voranzutreiben.