Diese Auszeichnung ist selten und kommt vom Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg persönlich: Diplom-Landwirt Christoph Hönig gehört nun zu den Trägern der Staufermedaille in Gold, die nur an Bürger verliehen wird, die eine herausragende Leistung erbracht haben. In Hönigs Fall: außergewöhnlicher Einsatz für die Land- und Ernährungswirtschaft in Baden-Württemberg.

Die Verleihung fand im kleinsten Kreis auf dem Hönig-Hof in Mühlingen statt. Friedlinde Gurr-Hirsch, Staatssekretärin im Landwirtschaftsministerium, überreichte die Staufermedaille, eine Urkunde und ein Geschenk an Christoph Hönig. Sie erklärte in ihrer Laudatio, mit der Medaille solle Wertschätzung und Anerkennung zum Ausdruck gebracht werden.

Der Mühlinger Bürgermeister Thorsten Scigliano (links), Hans Hönig, Jeanne Hönig und Christoph Hönig.
Der Mühlinger Bürgermeister Thorsten Scigliano (links), Hans Hönig, Jeanne Hönig und Christoph Hönig. | Bild: Löffler, Ramona

Eine lange Liste an Engagements und Einsatz für die Landwirtschaft

Friedlinde Gurr-Hirsch zählte Hönigs umfangreiche Arbeit und seine zahlreichen Verdiente auf, die auch zum Erfolg der Landwirtschaft in ganz Baden-Württemberg beitragen: Hönig, der den gleichnamigen Hof in Mühlingen gemeinsam mit seiner Schwester Marjan führt und in Ludwigshafen wohnt, ist Gründer und Vorsitzender der Werbegemeinschaft „08er Eier Baden-Württemberg“, einer Initiative aus knapp 40 Familienbetrieben, die nach den Richtlinie der Qualitätsprogramme von Baden-Württemberg sowie dem Qualitätszeichen und dem Biozeichen des Landes produzieren.

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Er gehört auch zu den Gründern der Initiative „Huhn und Hahn“, die sich dazu verpflichtet hat, die männlichen Küken aufzuziehen und das Fleisch zu vermarkten, anstatt sie zu töten. Außerdem war Hönig an der Gründung der Kooperation „Gutes vom See“ beteiligt – dieser Zusammenschluss aus Erzeugern, Verarbeitern und Händlern setzt sich dafür ein, die Vermarktung von regional erzeugten Lebensmitteln im Handel, in der Gastronomie und in Großküchen zu fördern.

Christoph Hönig (links) erhält von Staatssekretärin Friedline Gurr-Hirsch die Urkunde, die zur Staufermedaille in Gold gehört.
Christoph Hönig (links) erhält von Staatssekretärin Friedline Gurr-Hirsch die Urkunde, die zur Staufermedaille in Gold gehört. | Bild: Löffler, Ramona

Hönig ist auch ehrenamtlich im Vorstand der Fördergemeinschaft für Qualitätsprodukte Baden-Württemberg aktiv. Zudem ist er Mit-Initiator einer Regionalmarke des Lebensmitteleinzelhandels.

Ein Pionier sowie Förderer regionaler Wertschöpfungsketten

Er engagiere sich somit in herausragender Weise, sei ein Pionier sowie Förderer regionaler Wertschöpfungsketten und ein Vorbild, fasste Friedlinde Gurr-Hirsch zusammen. Er habe das einzelbetriebliche Interesse zugunsten der Gemeinschaft zurückgestellt. Es brauche Menschen wie ihn, um die Landwirtschaft wettbewerbsfähig in die Zukunft zu führen. „Sie haben die Staufermedaille mehr als verdient. Machen Sie weiter so.“

Christoph Hönig (links) erhält von Staatssekretärin Friedline Gurr-Hirsch die Staufermedaille in Gold
Christoph Hönig (links) erhält von Staatssekretärin Friedline Gurr-Hirsch die Staufermedaille in Gold | Bild: Löffler, Ramona

Die Staatssekretärin hob zum Beispiel auch hervor, dass es bei Familie Hönig den deutschlandweit ersten gläsernen Stall gegeben habe und dieser ein wichtiger Beitrag zur Begegnung mit dem Verbraucher sei, damit diese wissen, woher die Produkte kommen.

Familie Hönig mit Christoph Hönig, der die Staufermedaille in den Händen hält.
Familie Hönig mit Christoph Hönig, der die Staufermedaille in den Händen hält. | Bild: Löffler, Ramona

Die Auszeichnung berührt ihn sehr

Christoph Hönig freut sich über die Auszeichnung und dankte seiner Familie für ihre Unterstützung. Er habe im ersten Moment gar nicht gewusst, was die Medaille bedeute, als er erfahren habe, dass er ausgezeichnet werde, und sich dann informiert: „Es hat mich sehr berührt, dass ich sie erhalte.“

Er bedauerte, dass seine Kollegen der 08er-Initiative oder von „Gutes vom See“ nicht bei der Verleihung dabei sein konnten. Es sei nicht alleine seine Leistung, sondern die von vielen.

Bei der Verleihung der Staufermedaille auf dem Hönig-Hof (von links): Friedlinde Gurr-Hirsch (Staatssekretärin im Landwirtschaftsministerium), Thorsten Scigliano (Bürgermeister von Mühlingen), Christoph Hönig (Träger der Staufermedaille), Dorothea Wehinger (Landtagsabgeordnete der Grünen), Philipp Gärtner (Erster Landesbeamte des Landkreises Konstanz) und Matthias Weckbach (Bürgermeister von Mühlingen).
Bei der Verleihung der Staufermedaille auf dem Hönig-Hof (von links): Friedlinde Gurr-Hirsch (Staatssekretärin im Landwirtschaftsministerium), Thorsten Scigliano (Bürgermeister von Mühlingen), Christoph Hönig (Träger der Staufermedaille), Dorothea Wehinger (Landtagsabgeordnete der Grünen), Philipp Gärtner (Erster Landesbeamte des Landkreises Konstanz) und Matthias Weckbach (Bürgermeister von Mühlingen). | Bild: Löffler, Ramona

Gemeinde Mühlingen ist stolz auf den Hönig-Hof

Es gab auch weitere Redner, die Hönigs Leistungen würdigten. Der Mühlinger Bürgermeister Thorsten Scigliano, der auch die Glückwünsche seines Vorgängers Manfred Jüppner überbrachte, dankte Hönig für seine Innovationskraft: „Wir sind stolz auf diesen landwirtschaftlichen Innovationsbetrieb.“

Er sprach den Strukturwandel an, was dafür notwendig sei und was die Gemeinde Mühlingen zu mehr Nachhaltigkeit beitrage. Er betonte zum Beispiel auch, dass alle Höfe an schnelles Glasfaser-Internet angeschlossen worden seien und wie wichtig dies für die Vermarktung sei.

„Während andere lange darüber redeten und noch reden, dass aus Eiern auch Hähne schlüpfen und eben nicht für den Profit getötet werden, hat Herr Hönig es einfach abgestellt“, sagte Scigliano zur Initiative „Huhn und Hahn“, nannte aber auch Erfindungen wie die Mei-Box für Eier, mit der Verpackungsmüll gespart werden könne. „Lokal statt global sagen viele, aber hier wird es gelebt und auf kurze Lieferwege geachtet.“

Philipp Gärtner, der erste Landesbeamte im Landkreis Konstanz, vertrat Landrat Zeno Danner bei der Verleihung.
Philipp Gärtner, der erste Landesbeamte im Landkreis Konstanz, vertrat Landrat Zeno Danner bei der Verleihung. | Bild: Löffler, Ramona

Auch andere sprechen viel Lob aus

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Dorothea Wehinger hob ebenfalls hervor, welchen wichtigen Beitrag Hönig und seine Familie leisten. Er habe sich die Staufermedaille redlich verdient: „Ich freue mich, dass Sie als Vorbild dienen und Ideen erfolgreich umsetzen.“ Philipp Gärtner, der erste Landesbeamte im Landkreis Konstanz, vertrat Landrat Zeno Danner. Auch er hatte viel Lob für Hönigs Arbeit und erzählte, dass er immer im Supermarkt Eier kaufe, die vom Hönig-Hof stammen.

Besichtigung der Eier-Sortierung nach der Verleihung der Staufermedaille.
Besichtigung der Eier-Sortierung nach der Verleihung der Staufermedaille. | Bild: Löffler, Ramona

Unter Einhaltung aller Corona-Vorschriften bot Hönig den Gästen Einblicke in Halle, in der täglich bis zu 250.000 Eier nach Größe sortiert und verpackt werden. Eine der Verpackungen ist pink und hat ein Tierschutz-Label – es sei das bundesweit erste.

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Auszeichnung vom Ministerpräsidenten

  • Die Staufermedaille: Sie ist eine persönliche Auszeichnung des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg für Verdienste um das Land, die es seit 44 Jahren gibt. „Die Staufermedaille wird in drei Ausführungen vergeben: in der Regel in Silber, in seltenen Fällen als Staufermedaille in Gold und noch seltener als Große Staufermedaille in Gold“, teilt Margret Findeisen von der Pressestelle der Landesregierung auf SÜDKURIER-Nachfrage mit. Die Silberausführung sei in den vergangenen fünf Jahren (2016 bis 2020) durchschnittlich 59 Mal pro Jahr vergeben vergeben worden, die Goldausführung etwa vier Mal pro Jahr und die Große Staufermedaille in Gold zwei Mal pro Jahr.
  • Wer kann sie erhalten? Eine Anregung kann jede Person formlos schriftlich beim Staatsministerium einbringen. Die Entscheidung über die Ehrung trifft der Ministerpräsident auf der Grundlage des in Auszeichnungsangelegenheiten üblichen Prüfungsverfahrens. Zu den Vergabekriterien erklärt die Pressesprecherin: „Ähnlich wie bei anderen staatlichen Ehrungen orientiert sich die Auszeichnungspraxis der Staufermedaille an Verdiensten um das Gemeinwohl, die im Rahmen von ehrenamtlichem, gesellschaftlichem oder bürgerschaftlichem Engagement erworben wurden und weit über die damit im Zusammenhang stehenden Pflichten hinausgehen.“ (löf)