Wie geht es mit den barrierefreien Ausbau der Mühlinger Bushaltestellen weiter? Der Gemeinderat hat nach verschiedenen Vorentscheidungen und einer Drohnen-Befliegung, die jüngst stattgefunden hat, beschlossen, erst noch einen Vor-Ort-Termin anzusetzen. Erst dann soll eine Entscheidung fallen.

Die Vorgeschichte

Bereits vor einigen Monaten war das Thema im Rat. Damals wurden alle Haltestellen genau unter die Lupe genommen und im Rahmen einer Priorisierung für den Ausbau in drei Ausbaustufen eingeteilt. Ein Eigeltinger Ingenieurbüro, die Civil Around GmbH, erhielt dann den Auftrag für eine Machbarkeitsstudie und eine Befliegung mittels Drohne. Dies diente dazu, die örtlichen Gegebenheiten genau zu vermessen und die Alternativen für den Umbau der bisher üblichen in barrierefreie Haltestellen zu erarbeiten.

Das könnte Sie auch interessieren

Debatte um Sinn und Notwendigkeit

An der Meinung einiger Räte über die Notwendigkeit oder Sinnhaftigkeit mancher Haltestellen hat sich wenig geändert. An der Haltestelle am Gewerbegebiet Bruckwiesen in Mühlweiler stehen immer wieder nur für wenige Minuten Pendler, welche die Haltestelle jedoch für den Umstieg in eine kreisübergreifende Linie nutzen.

Wo viele Kinder ein- und aussteigen, schien es den Räten gedanklich einfacher, sich mit der Notwendigkeit auseinanderzusetzen. So war der Umbau beziehungsweise die Anpassung an der Haltestelle bei der Grundschule in Mühlingen ohne jegliche Diskussion.

Debatten zu einzelnen Haltestellen

Schwieriger wurde es in den Ortsteilen. Während in Hecheln die Linie 1000 aus zwei Richtungen die Haltestelle anfährt, soll nur auf der Gegenseite der Kapelle ein barrierefreier Ausbau mit einer etwas zurückgesetzten Haltestelle stattfinden. Da dies der Endpunkt der Linie sei, so Planer Jörg Volk, wolle man die wartenden Busse, die sonst immer auf der Fahrbahn ihre Pause einlegen, von dieser in die Bucht leiten.

Hierzu müsste allerdings das bisherige Buswartehäuschen abgebaut und durch ein neues an einem anderen Standort ersetzt werden. Dies gefiel Gemeinderat Edgar Speck (FW) nicht. Er sagte, dass er das Häuschen in seiner stabilen Bauweise als erhaltenswert sehe, und man nicht immer alles neu machen müsse.

Planer sieht es entspannt

Die Haltestellen in Gallmannsweil bedürfen ebenso einiger Veränderung. So soll die bisherige Haltestelle im Bereich des ehemaligen Gasthaus Krone aufgegeben und durch eine neue nach der Kurve gegenüber des ehemaligen Pfarrhauses ersetzt werden. Hier gab es gleich mehrere Einwände seitens der Räte. Sie sahen trotz Tempo 30 ein erhöhtes Risiko für Unfälle. Auch für eine Umfahrung eines wartenden Busses wäre der Haltepunkt kritisch, die so Meinung. Der Planer erklärte: „Wir haben hier ausreichend Platz, und haben alles gemessen, das reicht.“

Auch in Mainwangen gab es großen Diskussionsbedarf. Hier sahen die Räte große Probleme mit den erhöhten Bordsteinen, die dann den Kirchenbesuchern ohne markierte Parkplätze Schwierigkeiten bereiten würden. Auch bei Veranstaltungen sei es ohne angewiesene Parkplätze und eine farbliche Trennung und Markierung der Ausfahrt der Feuerwehrausfahrt unmöglich, die angestrebte Planung am Dorfplatz umzusetzen. Es wurde sogar über eine Umlenkung des Linienbusses nachgedacht, um die Haltestelle um ein paar Meter zu verlegen.

Was Probleme machen könnte

Für Mühlingen selbst gab es ebenfalls eine große Diskussion über die Haltestelle beim Rathaus. Der beidseitige Ausbau würde hier rund 67.000 Euro kosten. Dies war einigen Räten eindeutig zu viel. Bürgermeister Manfred Jüppner erinnerte daran, dass die Haltestelle sehr gut frequentiert sei und das Neubaugebiet diese ebenfalls nutze.

Zur Haltestelle bei der Weiherbachschule gab es auch Diskussionsbedarf. Denn die Busse müssen von der Straße, so der Wunsch einiger Räte. Gerade bei einem langgezogenen Dorf, wie es Zoznegg sei, würden dann leicht 20 Minuten für die Fahrt nach Stockach fällig, falls man hinter dem an jeder Haltestelle warten müsse, so Gemeinderat Edgar Speck.

Räten wollen sich erst alles anschauen

Bürgermeister Manfred Jüppner sah, dass der Rat noch einiges an Diskussionsbedarf hat und schlug einen Vor-Ort-Termin vor: „Am besten mit dem Bus, dann sind wir coronakonform und schnell mit dem richtigen Fahrzeug an den jeweiligen Haltestellen, um die jeweiligen örtlichen Gegebenheiten anzuschauen und die richtigen Entscheidungen gemeinsam zu treffen.“

Der Rat stimmte dem zu. Das verbindet der Rat mit einem Besuch im Leuchtenpark in Mühlweiler, um neue Leuchten für die Straßenbeleuchtung auszusuchen.

75 Jahre Geschichte. 75 Jahre Erfahrung. 75 Jahre Journalismus. Sichern Sie sich jetzt für kurze Zeit ein ganzes Jahr zum Jubiläumspreis von 75 €.