Winfried Dureijka vom Kreisforstamt Radolfzell und Gemeindeförster Simon Heizmann haben im Mühlinger Gemeinderat von ihrer Arbeit und dem sechsten Jahr des Forsteinrichtungszeitraums berichtet.

Die sogenannte Forsteinrichtung ist das bestimmende Bewirtschaftungs- und Planungsinstrument für den Forstbetrieb. Sie beinhaltet die Erfassung des Waldzustandes, die Kontrolle der durchgeführten Maßnahmen und die Planung für den folgenden Zeitraum.

Wegen der langen Produktionszeiten in der Forstwirtschaft wird dabei jeweils für zehn oder teilweise auch 20 Jahre geplant. Dabei spielen wirtschaftliche, ökologische, klimatische und auch gesellschaftliche Aspekte eine Rolle.

Sünden vergangener Jahrzehnte

Im vergangenen Jahr sei bereits eine Zwischenrevision im Mühlinger Gemeindewald erfolgt, berichteten die beiden Forstleute im Gemeinderat, und wiesen darauf hin, dass sich dabei neben allgemein schwierigen Standorten auch die Sünden der vergangenen Jahrzehnte bemerkbar gemacht hätten.

„Die Fichte ist hier in Mühlingen weit verbreitet, und sorgt bei Sturmereignissen oft für einen erheblichen Anteil an zufälliger Nutzung“, erklärte Winfried Dureijka. Dadurch sei es dann auch nicht verwunderlich, wenn die Holzerlöse nicht aus geplanten Einschlägen, sondern eben gerade aus diesen Sturmgeschehnissen kämen.

B313 muss gesperrt werden

Die Preise für Frischholz seien im Moment mit 100 bis 120 Euro je Festmeter gut, aber auch Käferholz könne noch zu guten Preisen für die Herstellung von Span- und Verbundplatten verkauft werden. Im kommenden Jahr wolle man daher einen größeren Einschlag machen – unter anderem im Bereich des Distrikts Reichlinshardt, hier sollten außerdem Maßnahmen zur quantitativen und qualitativen Verbesserung des Baumbestandes vorgenommen werden.

Dafür müsse allerdings die Bundesstraße 313 im Bereich Hoppetenzell und Mühlweiler gesperrt werden, so die Forstexperten. „Hier wäre es mir wichtig, dass auch die Privatwaldbesitzer in diesem Bereich diese Chance nutzen und die in ihren Wäldern anstehenden Maßnahmen durchführen oder durchführen lassen“, erklärte der Revierleiter.

Im Jahr 2020 schloss der Forstbetrieb wegen des vielen Sturm- und Käferholzes, das nur zu äußerst schlechten Preisen verkauft werden konnte, mit einem leicht negativen Ergebnis ab. Dagegen bestehe für das Jahr 2021 durch die deutlich besseren Preise die Aussicht auf einen positiven Abschluss, so die Forstleute.

Holzernte soll satten Gewinn bringen

Die Planungen für den Wald im kommenden Jahr 2022 zielen ebenfalls auf einen satten Gewinn im Bereich der Holzernte ab. Dadurch werden auch die Ausgaben für die Jungbestandspflege, welche im vergangenen Jahr aufgeschoben worden war, erleichtert.

„Hier müssen wir zwar am Ball bleiben, aber ein oder zwei Jahre machen nichts aus“, erklärte Gemeindeförster Simon Heizmann. Im laufenden Jahr 2021 habe man zudem über zwei Hektar des Mühlinger Gemeindewaldes neu aufgeforstet, und hierbei die Chance ergriffen, Fördergelder zu nutzen.

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Während die neuen Kulturen und die Jungbestandspflege im Jahr 2022 voraussichtlich rund 25.000 Euro kosten werden, sollen durch die Holzernte – nach Abzug der Kosten für den Holzeinschlag – noch knapp 100.000 Euro in die Gemeindekasse zurückfließen, hieß es in der Ratssitzung.