Der bisherige Wanderparkplatz an den Schwackenreuter Seen hat sich vom Wiesenstreifen zu einem sehr großen gekiesten Areal bereits rund 150 Meter davor entwickelt. „Es muss etwas geschehen“, sagte Mühlingens Bürgermeister Manfred Jüppner in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Er erläuterte dem Rat die Gesamtsituation mit den unterschiedlichen Nutzungsarten an der Seenplatte.

Nicht nur die Spaziergänger, welche auf den befestigten Wegen blieben und die Aussichtsplattformen gerne zur Beobachtung der vielen Vogelarten nutzten, seien dort anzutreffen. Bereits in der Vergangenheit ging der Trend hin zum E-Bike, und immer mehr Menschen befahren somit den Bereich an den Seen. Hinzu kommen die Wanderer, die ihr Auto nicht auf den Wanderparkplatz stellten, sondern weiterfahren, um ganz nahe an den Badesee zu gelangen.

Fahrzeuge werden einfach wild abgestellt

Viele nutzten auch den Bereich bei den Seen, um hier mit Wohnmobilen oder Wohnwagen über mehrere Tage zu verweilen. Nicht nur bei Naturschützern, sondern auch beim benachbarten Kieswerksbetreiber kam immer wieder Unmut auf. Denn wild abgestellte und die Fahrbahn oder die Arbeitsabläufe behindernden Fahrzeuge parkten in diesem Bereich.

Bürgermeister Jüppner zog nun die Notbremse. Insgesamt vier Schranken wurden durch die Gemeinde Mühlingen an der Seenplatte aufgestellt. Nur Personen mit entsprechender Befugnis – wie beispielsweise Grundstücksbesitzer, Jagdpächter oder die Mitglieder des Angelsportvereins – haben einen Schlüssel für die Schranke. Der Angelsportverein räumt dort am See oft auf, wenn die Besucher in Partylaune und in Eile wieder einmal ihre Aludosen, den Einweggrill oder die geleerten Fleischverpackungen liegenlassen.

Ein Herz für Wildtiere

Um die Wildtiere vor dem Tod durch qualvolles Verenden durch den Zivilisationsmüll (bei Scherben von Bierflaschen oder gefressenem Müll) zu bewahren, haben die Vereinsmitglieder einen fest eingeteilten Müllsammelkalender. Auch die Feuerwehr in der Gemeinde hat Schrankenschlüssel bekommen. „Sollten es zu viele Schlüssel werden, werden wir das Schloss einfach wechseln“, so Jüppner in der Diskussion. Alle waren sich so gut wie einig, auch den Räten ist bewusst, welche Massen von Menschen sich in jüngster Zeit dort aufgehalten haben.

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