Thorsten Scigliano ist der strahlende Sieger der Bürgermeisterwahl in Mühlingen. Nur ein Fragezeichen blieb noch: Wo hat er zuletzt gearbeitet? Was er auch öffentlich preisgab, war, dass er kaufmännischer Leiter eines Handwerksbetriebs sei. Im Wahlkampf vermied er konsequent, seinen Arbeitgeber beim Namen zu nennen, stets unter Verweis auf Vertraulichkeit, die er mit diesem Arbeitgeber vereinbart habe. Das nährte im Wahlkampf Gerüchte. In der pointiertesten Form kann man diese Gerüchte so zusammenfassen: Gibt es diesen Arbeitgeber überhaupt?

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Vorige Stationen seines Erwerbslebens benannte Scigliano nach einigen Nachfragen nach der Wahl auch gegenüber dem SÜDKURIER. Über eine vorübergehende Erwerbslosigkeit im Frühjahr dieses Jahres, die Gerüchte befeuert haben könnte, berichtete er ebenfalls. Nur die jüngste Arbeitsstelle, die er nach eigenen Angaben im Mai dieses Jahres angetreten habe, blieb auch nach der Wahl eine Leerstelle. Die Wähler in Mühlingen haben ihm dieses Schweigen offenbar nicht zum Nachteil ausgelegt. Scigliano erreichte 43,0 Prozent der gültigen Stimmen und lag damit vor den beiden Konkurrenten.

Arbeitgeber bestätigt die Schilderungen des neuen Bürgermeisters

Nun hat sich Sciglianos Noch-Arbeitgeber in der Redaktion gemeldet. Seinen Namen und den seines auf der Baar ansässigen Unternehmens möchte er nach wie vor nicht in der Presse lesen, beides ist der Redaktion aber bekannt. Er bestätigt, dass Scigliano ab Mitte Mai bei ihm gearbeitet habe und während des Wahlkampfes auch in ungekündigter Position gewesen sei. Erst jetzt, nach der Wahl, habe man sich auf ein Ende des Arbeitsverhältnisses für diesen Monat geeinigt. Und warum nun die Geheimniskrämerei? Der Arbeitgeber begründet das damit, dass er das Unternehmen auf neue Füße stellen wolle. Seine Befürchtung: Es würde schaden, wenn einer breiten Öffentlichkeit bekannt würde, dass ein wichtiger Mitarbeiter die Firma verlässt.

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