Für Tobias Keller würde ein Wahlsieg am Sonntag, 4. Oktober, so etwas wie eine Rückkehr zu seinen Wurzeln bedeuten: Der 59-Jährige will neuer Bürgermeister von Mühlingen werden. Sein Name wird als neuer Bewerber bei der Bürgermeisterwahl auf den Stimmzetteln für den zweiten Wahlgang stehen. Keller ist in Mühlingen kein Unbekannter: Er war von 1991 bis 2001 Kämmerer in der Gemeinde.

Keller will die Chance am Schopfe packen

„Als der erste Wahlgang keinen eindeutigen Sieger hervorbrachte, stand für mich fest: Diese Chance musst du beim Schopfe packen“, nennt Keller die Gründe, weshalb er seinen Hut als Nachrücker in den Ring geworfen hat. Einen Nachteil, dass er sich erst jetzt aus der Deckung gewagt hat, sieht er indes nicht: „Dass in zwei Wochen die Entscheidung fällt, ist ganz gut. Ich bin ohnehin kein Freund von langen und zähen Wahlkämpfen“, sagt er. Keller wolle die verbliebene Zeit nun nutzen, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen.

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Sollte er im zweiten Wahlgang als Sieger hervorgehen, will er als neuer Bürgermeister von Mühlingen gestalten und nicht nur verwalten. Dafür kann er auf über 40 Jahre in verschiedenen Funktionen in einer Verwaltung zurückblicken.

40 Jahre Erfahrung in der Verwaltung

Darin sieht Keller auch einen großen Vorteil gegenüber seinen Mitbewerber. „Meine Mitkonkurrenten haben einen sehr guten und fairen Wahlkampf geliefert. Das sieht man auch an der Stimmenverteilung“, sagt Keller, ergänzt aber: „Ich sehe meine 40-jährige Erfahrung in der Verwaltung allerdings als Vorteil an.“ Er sei davon überzeugt, dass dies auch der Wähler so sehe. „Ich habe viele Gespräche geführt und daraus geht hervor, dass sich die Mühlinger einen Verwaltungsfachmann als neuen Bürgermeister wünschen“, betont Keller.

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Seine Ausbildung absolvierte Tobias Keller in Radolfzell, danach folgte ein Studium an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl mit dem Abschluss als Diplomverwaltungswirt. Aktuell ist Keller ehrenamtlicher Bürgermeister in Bärenthal sowie seit 2019 Gemeindekämmerer von Nusplingen im Zollernalbkreis. Davor war er 18 Jahre lang Verbandskämmerer beim Gemeindeverwaltungsverband Donau-Heuberg. „Es stellt für mich kein Problem dar, zahlreiche Sitzungen wie etwa im Ortschaftsrat oder Generalversammlungen in den fünf Mühlinger Ortsteilen wahrzunehmen. Aus meiner Arbeit als Verbandskämmerer bin ich es bereits gewohnt, mehrere Abende im Monat an Sitzungen teilzunehmen.“, so Keller.

Keller will Jüppners Arbeit fortsetzen

Tobias Keller hat sich bewusst für eine Kandidatur als neuer Bürgermeister in Mühlingen entschieden. Der Kontakt in die Gemeinde sei auch nach all den Jahren nicht abgebrochen. „Mühlingen ist eine Gemeinde, die seit Jahren gut strukturiert, gut wirtschaftlich geführt und gut infrastrukturell aufgebaut wurde“, sagt der 59-Jährige.

„Mühlingen ist sehr attraktiv.“

Er wisse, auf welche Position er sich bewerbe: „Mühlingen ist sehr attraktiv.“ Und er wolle in Zukunft dafür sorgen, dass dies auch so bleibe. „Ich sehe mich in der Lage, die durchweg gute Arbeit von Bürgermeister Manfred Jüppner, der Gemeindeverwaltung und des Gemeinderates fortzuführen“, betont Keller. Viele Mitarbeiter im Rathaus kenne er schon aus seiner Zeit als Kämmerer in Mühlingen. Das Expertenwissen schätze er in der Verwaltung als sehr hoch ein.

Breitbandversorgung und bezahlbarer Wohnraum im Fokus

Dafür will er den Ausbau der Digitalisierung im schulischen Bereich vorantreiben. „Dort müssen wir aufrüsten.“ Einher geht auch die Vollendung beim Ausbau der Breitbandversorgung in den Ortsteilen. „Die Breitbandversorgung ist ein wichtiger Punkt der Infrastruktur im ländlichen Raum“, betont Keller. Zudem wolle er dafür sorgen, dass Mühlingen auch weiterhin die Möglichkeit habe, Bauflächen für junge Familien anzubieten. „Das müssen nicht immer neu ausgewiesene Flächen sein“, sagt Keller. Vielmehr müsse man auch in den Ortsbereichen verdichten. Für Senioren wolle er eine Möglichkeit zum betreuten Wohnen schaffen – wenn möglich mit der Hilfe eines privaten Investors und in zentraler Lage. Auch Vereine wolle er in der von Corona-geprägten Zeit unterstützen.

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