Drei Männer wollen Bürgermeister in Mühlingen werden und damit die Nachfolge von Manfred Jüppner antreten. Peter Kible, Thorsten Scigliano und Markus Fecker sind seit der Sitzung des Gemeindewahlausschusses am Montagabend offiziell Kandidaten für das Amt des Gemeindeoberhaupts. In dieser Reihenfolge gingen ihre Bewerbungen ein und in dieser Reihenfolge werden die drei Namen auf dem Stimmzettel erscheinen. Damit tritt kein Verwaltungsfachmann an – anders als im Jahr 1983, als Jüppner zum ersten Mal den Bürgermeisterposten in der Gemeinde errang. Er hat das Verwaltungsgeschäft von der Pike auf gelernt und das Amt viermal verteidigt. Nun tritt er nicht mehr an, weil er die bei seiner jüngsten Wahl geltende Altersgrenze erreicht hat.

Ein Bürgermeister ist ein Gemeindeoberhaupt und hat damit deutlichen Einfluss auf das Leben der Bürger. Doch wie will man in Corona-Zeiten mit den Bürgern, die ja schließlich der Souverän sind und den Bürgermeister mit ihren Stimmen wählen, in Kontakt treten?

Peter Kible sitzt schon seit Jahren im Gemeinderat und hat sich als erster für die Bürgermeisterwahl beworben.
Peter Kible sitzt schon seit Jahren im Gemeinderat und hat sich als erster für die Bürgermeisterwahl beworben. | Bild: Freißmann, Stephan

Peter Kible zieht es ins Freie. Er plane keine Veranstaltungen in geschlossenen Räumen, sagt er auf Anfrage. Angesichts der Situation rund um das Coronavirus sei die Gesundheit der Bürger das wichtigste. Und im Freien könne man durch Frischluft, Abstand und möglicherweise durch Maskentragen darauf am ehesten aufpassen. Da die Corona-Lage sich sehr dynamisch entwickle, sei die genaue Planung der Veranstaltungen auch noch nicht fertig. Kible will allerdings in jedem Ortsteil präsent sein. Möglicherweise gebe es auch einen Haustürwahlkampf.

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Im virtuellen Raum stellt er sich und seine Ziele auf der Internetseite www.peter-kible.de vor und stellt in Aussicht, dass es dort auch alle paar Tage Neuigkeiten geben werde – zu Terminen ebenso wie zur Poltik. Konkrete Ziele wolle er vor allem im Gespräch mit den Bürgern entwickeln. Um in diesen außergewöhnlichen Zeiten in Kontakt zu treten, seien ihm persönliche Gespräche am liebsten, von denen es bereits viele gebe. Wenn es gewünscht wird, sei er aber auch zu Video-Chats bereit. Im sozialen Netzwerk Facebook sei er nicht präsent, aber offen dafür.

Thorsten Scigliano – hier ein Archivbild – ist gewählter Nachfolger von Mühlingens Bürgermeister Manfred Jüppner. Am 1. Dezember beginnt seine Amtszeit.
Thorsten Scigliano – hier ein Archivbild – ist gewählter Nachfolger von Mühlingens Bürgermeister Manfred Jüppner. Am 1. Dezember beginnt seine Amtszeit. | Bild: Matthias Güntert

Auch Thorsten Scigliano plant Bürgerfragestunden im Freien, wie er auf Anfrage erklärt. Termine in Gasthäusern oder Mehrzweckhallen seien derzeit nicht vorgesehen. Er verfolge allerdings täglich die Entwicklung in Bezug auf das Coronavirus. Denn: „Man muss vorsichtig sein und die Verantwortung übernehmen.“ Daher wolle er auch respektieren, wenn die Menschen in Mühlingen bei der Kommunikation eher Abstand wahren wollen. In der Gemeinde sei er derzeit vor allem mit seiner Familie präsent und stelle sich als Kandidat gerne im Gespräch vor, ohne allerdings regelrechte Reklame zu machen.

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Kommunizieren kann man mit dem Kandidaten Scigliano auch virtuell. Er hat ein Kandidatenprofil im sozialen Netzwerk Facebook und ist per E-Mail unter buergermeisterkandidat.scigliano@web.de erreichbar. Auch für andere moderne Kommunikationsformen wie Video-Chats sei er ausgerüstet und dafür offen. Weitere Aktivitäten in den sozialen Medien plane er hingegen nicht, denn ihm sei das persönliche Gespräch wichtiger, sagt Scigliano.

Markus Fecker ist selbstständig und ging als dritter ins Rennen um das Mühlinger Bürgermeisteramt.
Markus Fecker ist selbstständig und ging als dritter ins Rennen um das Mühlinger Bürgermeisteramt. | Bild: Nikolaj Schutzbach

Auch für Markus Fecker geht es darum, bis zum Wahlsonntag möglichst viele Menschen zu erreichen. Einige öffentliche Wahlveranstaltungen unter dem Titel Bürgersprechstunde habe er auch schon geplant, die er allerdings unter Einhaltung der Corona-Regeln in Sälen abhalten will. Nur in manchen Orten, in denen kein passender Raum zur Verfügung steht, will auch er die Bürger unter freiem Himmel treffen. Außerdem will er beispielsweise auf Vereine zugehen, um sich möglichst vielen Mühlingern vorzustellen. Dabei werden jeweils Treffen verabredet. Auch Fecker will in jedem Ortsteil mit seinen Veranstaltungen präsent sein.

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Im virtuellen Raum stellt er sich und sein Wahlprogramm auf der Internetseite www.markus-fecker.de vor, außerdem ist er auf den sozialen Netzwerken Facebook und Instagram aktiv. Per E-Mail ist er unter kontakt@markus-fecker.de zu erreichen. Auch für den Video-Chat zeigt er sich offen: Wenn gewünscht, biete er auch diesen Kommunikationskanal an.

Die Briefwahl wird nicht standardmäßig angeboten, sagt Jüppner – anders als bei der Konstanzer Oberbürgermeisterwahl, bei der jeder Wahlberechtigte automatisch auch die Briefwahlunterlagen bekommt. In Mühlingen müssen die Wahlberechtigten, die per Brief wählen wollen, dies wie gewohnt beantragen. Dies dürften allerdings im Corona-Jahr 2020 mehr Wahlberechtigte tun als bisher, lautet Jüppners Einschätzung. Da die Wahlbezirke in Mühlingen wesentlich kleiner als in Konstanz seien, gehe er allerdings nicht von großen Warteschlangen vor den Wahllokalen aus. An den Urnen abstimmen können die Mühlinger wie gewohnt in vier Wahllokalen: in Mühlingen, Zoznegg, Gallmannsweil und Mainwangen.

Drei Abende mit drei Kandidaten und ein Wahltag

  • Podiumsdiskussion: Die Stockacher Lokalredaktion des SÜDKURIER lädt zur Podiumsdiskussion mit den drei Kandidaten am Montag, 14. September, um 19 Uhr in der Schloßbühlhalle in Mühlingen ein. Einlass ist um 19.30 Uhr. Die Zahl der Plätze in der Halle ist aufgrund der Corona-Bestimmungen begrenzt, es sind allerdings noch einige Publikumsplätze frei. Um sich kostenlos, schnell und unkompliziert anzumelden, besuchen Sie die Internetseite meinSK.de/mühlingen und melden Sie sich an. An dem Programm „mein SK“ können Inhaber eines kostenpflichtigen Abonnements teilnehmen. Die Plätze in der Halle werden unter den angemeldeten Abonnenten verlost. Anmeldeschluss ist Sonntag, 6. September. Wer Fragen zur Anmeldung hat, bekommt Hilfe unter der E-Mail-Adresse meinsk@suedkurier.de. Bei der Veranstaltung diskutieren die Kandidaten unter der Moderation von Redaktionsleiter Stephan Freißmann miteinander. Außerdem wird es Gelegenheit für Fragen aus dem Publikum geben. Für alle, die keinen Platz im Publikum bekommen, plant der SÜDKURIER eine Live-Übertragung der Veranstaltung auf seiner Internetseite (Details dazu folgen). Wer im Vorfeld schon Fragen an die Kandidaten richten will, kann dies ab sofort bis einschließlich Sonntag, 13. September, unter der E-Mail-Adresse stockach.redaktion@suedkurier.de mit Nennung von Name, Telefonnummer und Adresse tun. Die Redaktion wird sachliche und seriöse Fragen in die Gestaltung des Abends einfließen lassen.
  • Kandidatenvorstellungen der Kommune: Die Gemeinde Mühlingen bietet an zwei Abenden Gelegenheit, die drei Kandidaten kennen zu lernen. Die Veranstaltungen finden am Freitag, 11. September, in der Weiherbachhalle in Zoznegg und am Samstag, 12. September, in der Schloßbühlhalle in Mühlingen statt. Beginn ist jeweils um 19 Uhr. Auch in diesem Fall sind die Plätze Corona-bedingt begrenzt. Die Gemeindeverwaltung bittet um Anmeldung unter der E-Mail-Adresse rathaus@muehlingen.de oder persönlich bei Melanie Mutzel oder Edwin Sinn im Rathaus. Die Kandidaten werden jeweils 20 Minuten Redezeit haben, erklärt Bürgermeister Manfred Jüppner, der Vorsitzender des Gemeindewahlausschusses ist. Danach werde es jeweils 15 Minuten lang Gelegenheit für Fragen an die Kandidaten geben.
  • Regeln: Alle drei Abende finden unter den Corona-bedingten Hygiene-Regeln statt. Daher gelten Abstandsregeln sowie eine Maskenpflicht auf Wegen vom und zum Sitzplatz. Nur Angehörige eines Haushalts dürfen zusammensitzen. Desinfektionsmittel am Eingang werde die Gemeinde an allen drei Abenden zur Verfügung stellen, so Jüppner.
  • Wahltag: Der Termin für den ersten Wahlgang ist Sonntag, 20. September. Sollte dann keiner der Kandidaten mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen bekommen, findet ein zweiter Wahlgang am Sonntag, 4. Oktober, statt. Dabei gewinnt, wer die meisten gültigen Stimmen hat.

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