Ein Baugesuch, das dem Rat vorlag, stieß auf wenig Gegenliebe bei den Räten. Hauptamtsleiter Edwin Sinn schilderte den Sachverhalt. Bei dem Baugesuch handle es sich um eine nachträgliche Baugenehmigungsanfrage des Grundstückseigentümers, der dort nicht nur ein Wohnhaus gebaut habe, sondern auch bei der Gestaltung der Außenanlage einen über 30 Kubikmeter großen Pool habe bauen lassen – ohne, dass eine Genehmigung vorlag.

Auch die Stützmauer ist unzulässig

Neben diesem wurde zusätzlich eine zwei Meter hohe Stützmauer errichtet. Auch diese dürfte laut Bebauungsplan und dem seinerzeit eingereichten Baugesuch so nicht gebaut werden. Das Baurechtsamt Stockach habe selbst die Ordnungswidrigkeiten bei einem Termin vor Ort an einem anderen Bauvorhaben festgestellt, und stehe im Kontakt mit dem Bauherrn. Dieser habe angegeben, dass er zum ersten mal gebaut habe und sich der Folgen seines Handelns nicht bewusst gewesen sei.

Gemeinde soll „klare Kante“ zeigen

Gemeinderat Reinhold Stroppel vertrat die Meinung, dass Unwissenheit den Verursacher nicht vor Strafe schütze. „Wenn man die Gemeinde übergeht, muss man klare Kante zeigen. Das ist meine Meinung. Er hat sich über uns hinweggesetzt, jetzt muss er mit den Konsequenzen leben“, so seine Argumentation. Auch Christoph Auer, der wegen der eventuell entstehenden Rückbaukosten in Höhe von rund 100.000 Euro, einen Härtefall sieht, äußerte die Sorge vor Trittbrettfahrern und davor, dass sich solche Fälle wiederholen könnten.

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Letztlich hätte die Gemeinde als Grundstücksnachbarin die Baulast übernehmen müssen und an dieser Stelle nachträglich Baurecht schaffen. Edgar Speck sah dies nicht als großes Problem, da dieses Grundstück sicherlich nie bebaut werden würde. Auch er monierte aber die Vielzahl der Abweichungen zum einst genehmigten Baugesuch. Das Gremium entschied letztlich mit einer Enthaltung, die Baulast nicht zu übernehmen. Nun ist das Baurechtsamt am Zug im Hinblick auf das weitere Vorgehen.