Auf dem Zoznegger Ziegeleiareal soll ein Betrieb für das Verwerten und Verarbeiten von Bauschutt und Erdaushub entstehen. Die Zukunft des Ziegeleiareals und der alten Ziegelei selbst als ein solches Recyclinggelände standen im Mittelpunkt der jüngsten Gemeinderatssitzung in Mühlingen. der Investor Stefan Lämmle stellte dabei die Pläne vor.

Es kamen nur wenige Zuhörer, obwohl die Gemeinde mit mehr Zulauf gerechnet hatte. Der anwesende Besitzer des Zoznegger Ziegeleiareals übernahm das Mikrofon zur näheren Erleuterung seines Vorhabens. Stefan Lämmle selbst stellte sich, wie bereits bei seinem ersten Kontakt zur Öffentlichkeit Mühlingens vor gut vier Jahren, zuerst noch einmal persönlich vor. Auch nahmen drei Ingenieure und Sachverständige zu den Themen Lärm und Staub sowie Natur und Artenschutz Stellung.

0,8 Hektar sollen bebaut werden

Das Gelände umfasst 17 Hektar, drei Hektar davon sollen nach Lämmles Wunsch zum Gewerbegebiet mit dem Zusatz „Sondergebiet“ werden, damit der geplante Bauschutt-Recyclingbetrieb zulässig ist. 0,8 von den drei Hektar sollen bebaut werden. Hier sollen eine Wiegeanalage, Büros in Containerbauweise sowie Lager für angeliefertes Rohmaterial wie Bauschutt, Straßenaufbruch und Erdaushub geschaffen werden. Zudem soll das aufbereitete gebrochene und auch gesiebte Material dann nebenan in Lagerboxen bis zu seiner Abholung gelagert werden.

Rat hat Nachfragen zu Lärm und Staub

Gerade zu Lärm und Staub kamen einige Fragen aus dem Rat, so beispielsweise, ob auch bei trockenem Wetter mit einer Beregungsmöglichkeit einer hohen Staubentwicklung entgegengewirkt werde. Hier sicherte Lämmle zu, dies auch vertraglich mit der Gemeinde fixieren zu wollen. Bürgermeister Manfred Jüppner signalisierte, einige Dinge auch in den textlichen Teil eines eventuell dann kommenden Bebauungsplans aufnehmen zu wollen.

Fabian Bräu (r.) von einem beauftragten Ingenieurbüro stellt im Gemeinderat Details zu den Bauplänen vor. Links Kämmerer Klaus Beck, daneben Bürgermeister Manfred Jüppner. Bild: Doris Eichkorn
Fabian Bräu (r.) von einem beauftragten Ingenieurbüro stellt im Gemeinderat Details zu den Bauplänen vor. Links Kämmerer Klaus Beck, daneben Bürgermeister Manfred Jüppner. | Bild: Doris Eichkorn

Lämmle strebt für den Betrieb des Brechers – eine Zerkleinerungsmaschine für angelieferten Bauschutt – ein sogenanntes Sondergebiet an. Der Brecher soll an maximal 30 Tagen im Jahr vor Ort sein, um das gesammelte Material aufzuarbeiten. Jüppner betonte, der Rat werde über seinen Wunsch in einer weiteren Sitzung beraten, jedoch wolle er keinesfalls ein „GI“, also ein Industriegebiet. Die Zufahrt zum geplanten Betriebsgelände soll laut Planung hauptsächlich über die B 313 laufen, im Schnitt rechne man mit zehn Lastwagen täglich. In Spitzenzeiten könnten es aber deutlich mehr sein.

Ausgleich für Eingriff in Natur

Für den naturschutzrechtlichen Ausgleich soll ein im Besitz der Firma Lämmle befindlicher cicra 1,6 Hektar großer Acker zu einer wiese umgewandelt werden. Hier warf Gemeinderat Markus Traber die Frage auf, ob der Ausgleich nicht auch vermehrt im Wald oder vermehrt im Bereich der zum Besitz gehörenden Biotope stattfinden könnte.

Achim Huppertz, im Planungsteam der Sachverständige für den Bereich Natur und Artenschutz, erläuterte, was in gut einem Jahr intensiver Kartierung und Beobachtung an Lebewesen gefunden wurde. Insgesamt 44 Vogelarten leben demnach auf und um das Ziegeleiareal und im südlichen Waldgebiet.

Gemeinderat wird erneut beraten

Hierbei besonders schützenswert sind der Schwarzmilan, dessen Horst allerdings in entsprechender Entfernung zum Vorhaben liege. Die Zauneidechse könne mit Hilfe entsprechender Maßnahmen zur rechten Zeit ihren Lebensraum verlagern.

Das Areal wird in einer der kommenden Sitzungen wieder ein Thema im Gemeinderat sein. Dann könnte es eine Abstimmung über einen Bebauungsplan geben.