Die Weiherbachschule steht nach fast drei Betriebsjahren nun kurz vor der staatlichen Anerkennung durch das Regierungspräsidium. Dieses wird der Schule nach Paragraf 10 des Privatschulgesetztes zum 11. September 2019 nach drei Betriebsjahren die staatliche Anerkennung verleihen. Erst danach werden dann im laufenden Betriebsjahr die Landesmittel ausbezahlt.

Wie läuft es in der Weiherbachschule? Antworten darauf gab es bei einem Sachstandbericht in der jüngsten Sitzung des Mühlinger Gemeinderats, den die Verantwortlichen gaben. Petra Kible, die für den Trägerverein die aktuellen Zahlen präsentierte, führte die Zuhörer und Gemeinderäte durch das vielschichtige Thema.

Hinter der Schule steckt viel bürgerschaftliches Engagement

Hinter den Zahlen steckt viel Engagement, zum Beispiel der Einsatz der Elterninitiative, die sich einst gegründet hatte um beim Erhalt einer weiterführenden Schule im Dorf zu helfen. Aber auch die Gründung eines Trägervereins, der die Gründung der Privatschule übernommen hat.

Kible dankte nochmals Bürgermeister Manfred Jüppner und den Gemeinderäten, die die Initiative hierbei stets unterstützt hätten. Mittlerweile hätten sich die Erwartungen „voll erfüllt“, so Jüppner. Die zeige die Akzeptanz auch bei Eltern in den Umlandgemeinden. Rund die Hälfte der Schüler stammt aus Mühlingen, der Rest kommt aus den umliegenden Gemeinden wie Sauldorf, Wald, Hohenfels, Herdwangen und auch aus Stockach.

Rund die Hälfte der Schüler stammt aus umliegenden Gemeinden

Bisher, so Jüppner, war eine Förderung durch die Gemeinde nur bis zum Ende des dritten Betriebsjahres der Schule vorgesehen. Aktuell jedoch bittet der Verein um eine weitere Unterstützung für das kommende, vierte Betriebsjahr. Der Trägerverein habe viele Spenden von Privatpersonen, Vereinen und Firmen aus der Region erhalten, allerdings reichen die Mittel des Vereines nicht, um zum Schuljahresende des dritten Jahres eine schwarze Null zu schreiben.

„Wir würden bis zur Zuweisung der Kopfbeträge des Landes eine Zwischenfinanzierung in Höhe von 334 200 Euro bis zum Februar 2019 gegen eine Abtretungserklärung gegenüber dem Land Baden-Württemberg übernehmen“, sagte Jüppner. Er baute jedoch die weiteren Zuschussentscheidungen, über die der Rat einzeln abstimmte, jährlich und unter Vorbehalt der Haushaltslage der Gemeinde auf.

Gemeinschaftsschulen brauchen mehr Platz

Die Gemeinde stellt weiterhin den ehemaligen Gebäudekomplex der Werkrealschule zur Verfügung, die langsam aber sicher an ihre Kapazitätsgrenze gelangt. „Die Unterrichtsform und der Raumbedarf bei Gemeinschaftsschulen ist gänzlich anders als zu Frontalunterrichtszeiten der Werkrealschule“, erklärte Petra Kible. Sie wies auf die anstehende Belegung mit erstmals mehr als 100 Gemeinschaftsschülern im kommenden Schuljahr hin.

Was die Gemeinderäte auch zur Kenntnis nahmen: Die Privatschule hat mittlerweile auch bereits andere Gemeinden zur Nachahmung des Mühlinger Modells bewegt. So gründet sich zum 1. September 2019 in der Gemeinde Lenzkirch im Schwarzwald ebenfalls eine private Gemeinschaftsschule.