Keine Frage: Ein Bürgerentscheid ist in Sachen Recyclinganlage für Bauschutt in Mühlingen die sauberste Lösung. Wenn sich der Gemeinderat über ein Vorhaben so uneins ist und so viele Einwohner gegen das Projekt unterschreiben, dann zeigt sich darin eine besondere Lage. Da ist es nur sinnvoll, zum Bürgerentscheid zu greifen, der nur selten angewendet wird. Denn zuletzt standen sich Argumente und Standpunkte unversöhnlich gegenüber. Ein Streit, den man über eine Sache führen könnte, glitt zumindest streckenweise ins Persönliche ab.

Dabei geht es im Moment nur darum, ob es einen neuen Bebauungsplan als Rechtsgrundlage für die geplante Recyclinganlage geben sollte. Diese Frage nun den Bürgern vorzulegen, kann deutlich leichter eine Klärung herbeiführen als weitere ungeregelte Diskussionen unter Gemeinderäten und Interessensgruppen. Jede der beteiligten Seiten hat nun in den nächsten Monaten Zeit, für ihren Standpunkt und ihre Argumente zu werben.

Die Sache wird aber im Sinne der Gemeinde nur dann gut ausgehen, wenn sich alle Seiten an die Spielregeln halten. Denn ein Ziel des Bürgerentscheids sollte auch sein, dass alle Beteiligten weiterhin miteinander auskommen können. Gegenseitige Vorwürfe, wie sie derzeit im Raum stehen, helfen dabei nicht weiter. Über die Interpretation von Daten und Fakten kann man mit Argumenten streiten. Über persönliche Anwürfe nicht.