Tage und Wochen freuen sich Besucher auf den unterhaltsamen Theaterabend in der Mühlinger Schloßbühlhalle – Wochen und Monate hingegen laufen die Vorbereitungen für die jährliche Veranstaltung bei den Schauspielern und vor allem bei Cordula Romahn, der Regisseurin des Stücks.

Die Auswahl des Stücks obliegt Cordula Romahn und sie sucht je nach Anzahl der Spieler etwas aus. In diesem Jahr lautete die Besetzungsformel vier Männer und sechs Frauen. Da nicht nur ein Stück mit entsprechend vielen Personen zu finden, sondern auch noch die Charaktere zu den Spielern zuzuordnen, ist die Königsdisziplin. Immer wieder gibt es besondere Rollen, die dann erfordern, dass der entsprechende Spieler nicht nur in die entsprechende Altersklasse fällt, sondern eventuell auch noch einen bestimmten Dialekt gekonnt zu dem gelernten Text spricht. Dieses Jahr fiel die Wahl auf "Zimmer mit Frühstück" von Ulla Kling.

„Aktuell treffen wir uns fast jeden Abend in der Schloßbühlhalle und proben alle drei Akte am Stück“, erzählt Romahn über den Endspurt vor den Aufführungen. Insgesamt wälzt jeder Schauspieler nach der Auswahl, einer Leseprobe und der Verteilung der Rollen zu Hause selbstständig das Textbuch. Während die einen nur lesen und sich den Text einprägen, nehmen sich manche auch das Stück gesprochen auf und hören es auf der Fahrt zur Arbeit und auf dem Weg nach Hause an. So üben sie ebenso effektiv, um dann in der Phase des aktiven Spiels auf der Bühne reibungslos den Text zu beherrschen.

Nicht nur der Text ist die Fallklippe für die Spieler, denn immer wieder müssen sie ihre Mimik entsprechend verändern, zu einer Tür ins Zimmer auf die Bühne kommen und zu einer anderen selbiges verlassen. Während der Proben werde dann in den Einsatzpausen hinter der Bühne dann auch schon einmal etwas von den mitgebrachten Leckerein genascht oder etwas getrunken bis der nächste Einsatz ansteht, erzählt Romahn.

Ab und zu gibt es im Stück auch Kostümwechsel. Auch das sind Herausforderungen. Hier darf nichts schief gehen, denn wer die falsche Tür nimmt, steht ganz schnell ohne Hemd und Hose hinter der Kulisse.

Die Kulisse selbst, verrät die Regisseurin, denke sie sich Jahr um Jahr selbst aus. Ihr Mann Markus, der dem Stück mit seinem Talent zur gekonnten Farbgebung einen besonderen Anstrich verpasst, gestaltet dann alles. Beim Kulissenbau helfen auch die anderen Schauspieler. Denn nicht nur Jacken, Hüte, Kleider und vieles mehr gilt es, für jeden Spieler zusammenzutragen – auch die Bühne braucht eine Ausstellung mit Tisch, Schrank, Bildern und vielem mehr. „Wer in diesem Jahr das Osterwochenende in Mühlingen ohne Büffet und Sekretär verbringt, verrate ich nicht“, sagt Cordula Romahn zum diesjährigen Mobiliar. Nicht nur Stücke und Kleidung aus Mühlingen gibt es auf der Bühne, sondern auch viel Lokalkolorit. So findet im Adler wieder einmal eine Tanzveranstaltung statt, oder es wird der Blick vom Bremerberg auf das traute Heimatdorf geworfen.